Öffentlicher Eklat beim FDP-Abend: Kreisrat und Klinikchef streiten über Ruf des Klinikums Hochrhein

Beim FDP-Informationsabend in Bad Säckingen eskalierte ein Streit zwischen Hausarzt Olaf Boettcher und Klinikchef Hans-Peter Schlaudt zur öffentlichen Konfrontation über den Ruf des Klinikums Hochrhein…

9. Juni 2026
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Was der FDP-Stadtverband Bad Säckingen/Wehr als Informationsabend zur Krankenhausversorgung angekündigt hatte, endete als öffentliche Auseinandersetzung. FDP-Kreisrat und Hausarzt Olaf Boettcher ging Klinikum-Hochrhein-Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt frontal an. Rund 40 Zuhörer erlebten eine teils aggressive Diskussion, einige verließen die Veranstaltung vorzeitig.

Boettcher kritisierte den schlechten Ruf des Klinikums in Waldshut, hohe Chefarzt-Fluktuation und mangelnde Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten. Aus seiner Doppelpraxis in Laufenburg und Rickenbach berichtete er: „Kaum ein Patient will in dieses Krankenhaus.“ Der schlechte Ruf habe dazu geführt, dass Zusatzversicherungen am Hochrhein besonders gefragt seien, um sich im Bedarfsfall auch in der Schweiz behandeln zu lassen. Den Abgang von 20 Chefärzten wertete er als Beleg für Mängel in der Personalführung. Niedergelassene Ärzte wüssten manchmal nicht, ob ein Chefarzt noch im Amt oder bereits abgelöst sei.

Schlaudt wies die Kritik zurück: Eine gewisse Fluktuation sei ein Zeichen für Bewegung im Unternehmen. Klinik-Pressesprecherin Luisa Denz ergänzte, das Klinikum lade niedergelassene Ärzte zweimal jährlich zum Austausch und zu Weiterbildungen ein. Boettcher sei bisher nicht erschienen. Als Gegenbeleg zur Rufkritik nannte Denz eine Google-Bewertung von 4,1 von 5 Punkten für das Klinikum Hochrhein, während die Kliniken des Landkreises Lörrach nur auf 2,5 kämen.

Schlaudt hatte zuvor über den geplanten Klinikneubau in Albbruck informiert: 352 Betten, Bezug Ende 2030. Derzeit betreibt das Klinikum in Waldshut 260 von 303 Planbetten. Mit dem Neubau erreicht der Landkreis Waldshut eine Bettendichte von rund 176 pro 100.000 Einwohner, weit unter dem Landesschnitt von 468 in Baden-Württemberg. Zum Vergleich: Das Dreiland-Klinikum in Lörrach geht 2027 mit 677 Betten in Betrieb.

Versöhnliche Töne kamen aus dem Publikum, unter anderem von den früheren Kreisräten Caroline Welsch und Rolf Metzger sowie dem Mediziner Stefan Leutzbach. Ein Zuhörer forderte einen runden Tisch zur Konfliktlösung. Einig waren sich beide Seiten nur in der Kritik an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung.

Quelle:
suedkurier.de

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