Pflegemanagement-Award 2026: Pionierarbeit und gute Führung
Pflegemanagerin des Jahres und Nachwuchs-Pflegemanager*innen wurden während des Kongresses Pflege 2026 in Berlin ausgezeichnet…
- Pflege
Advanced Practice Nursing, sektorenübergreifende Versorgung, gelungene Integration: Eine erfahrene und drei Nachwuchs-Führungskräfte wurden auf dem Kongress Pflege 2026 mit dem Pflegemanagement-Award gewürdigt.
Den Preis vergeben jedes Jahr gemeinsam der Bundesverband Pflegemanagement und Springer Pflege, der Veranstalter des Kongresses. Die Preisverleihung fand am Abend des 30. Januar 2026 in Berlin statt. Sponsoren der Veranstaltung sind ZEQ, Fresenius Kabi Deutschland und Arjo.
Pflegemanagerin des Jahres
Sandra Postel erhielt den Preis, der für viel Erfahrung in Führung und ein starkes Vorbild steht. Die Präsidentin der Pflegekammer NRW und Leiterin der Stabsstelle „Pflege und Sozialpolitik“ der Marienhaus-Gruppe beeindruckte die Jury auch durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Berufspolitik. Die Pflegefachfrau, Berufspädagogin und Pflegewissenschaftlerin zeichnet sich, so die Jury, durch ein hohes Maß an Verhandlungs- und Moderationsgeschick aus.
„Sandra Postel hat früh verstanden, dass Pflege nicht nur ein Beruf ist, sondern eine Profession. Und Professionen brauchen Strukturen, Mitsprache, Selbstverwaltung“, sagt Dr. Hendrik Pugge, Geschäftsführer Sales & Pflege beim Springer Medizin Verlag. „Sie hat diesen Gedanken nicht nur geteilt – sie hat ihn getragen, vorangetrieben und in die Realität überführt.“
Nachwuchs-Pflegemanagerin und Nachwuchs-Pflegemanager des Jahres
Die zweite Kategorie gilt den Nachwuchskräften im Pflegemanagement. In diesem Jahr teilen sich Dorothea Sophie Baus vom Evangelischen Klinikum Bethel und David García Méndez von der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums AdöR den ersten Platz. Beide zeigten mit ihren Projekten, welche Potenziale in der Versorgung von Patient*innen durch einen verstärkten Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) liegen – das sind hochqualifizierte Pflegekräfte mit einem Masterabschluss.
Dorothea Sophie Baus hat mit der Etablierung von APN im Akutkrankenhaus Bethel Pionierarbeit geleistet. Ihr fundiertes pflegepraktisches Wissen in Kombination mit ihrer akademischen Expertise sind die Grundlage für den Erfolg des von Baus mitentwickelten Projekts „Patientenbeteiligung mal anders“, das 2024 mit der Theodor-Fliedner-Medaille ausgezeichnet wurde und das als Modellprojekt für eine erfolgreiche APN-Rollenentwicklung in Deutschland gilt.
Als Projektleiter für „Prävent+ Ihr Plus für ein gesundes Gedächtnis“ bringt David García Méndez sein gesamtes Potenzial als Pflegepraktiker und -akademiker ein. Die Früherkennung mittels evidenzbasierter Instrumente sowie die systematische Einbindung und Unterstützung pflegender Angehöriger stehen bei dem Projekt im Mittelpunkt. Ein Novum ist sowohl die sektorenübergreifende Denkweise als auch die Etablierung von APNs als Fallverantwortliche in der Demenzdiagnostik und -versorgung.
Auf den zweiten Platz kam Borislav Bacic. Seine Vita steht vor allem für gelungene Integration.
2018 kam er aus Serbien nach Deutschland, bewarb sich für das „Programm Triple Win“ und absolvierte in kürzester Zeit neben der Arbeit auf Station seine fachliche Anerkennung und eine Sprachprüfung in Deutsch. Kurze Zeit später übernahm er Führungsverantwortung für die kardiologische Wachstation. Mit hoher fachlicher Kompetenz, Empathie und einer offenen Kommunikation gelang es Bacic in wenigen Monaten, ein durch Fluktuation gekennzeichnetes Team in ein leistungsstarkes Spitzenteam zu verwandeln.
„Alle drei Nachwuchsführungskräfte stehen für eine neue Generation im Pflegemanagement – eine Generation, die professionelle Pflege konsequent in Versorgungsverantwortung bringt“, so Pugge.
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