Podcast zur Gendermedizin: Kardiologin Vera Regitz-Zagrosek über verpasste Diagnosen bei Frauen
In der Kardiologie galt der männliche Körper lange als Maßstab. Kardiologin Vera Regitz-Zagrosek erklärt, warum das für Frauen gefährlich ist und was sich ändern muss…
- Medizin
Die medizinische Forschung orientierte sich über Jahrzehnte am männlichen Körper. Diese Praxis hat bis heute spürbare Folgen, vor allem in der Kardiologie. Frauen zeigen bei einem Herzinfarkt häufig andere Symptome als Männer. Schmerzen in der Brust fehlen oft oder treten weniger deutlich auf. Stattdessen kommen Atemnot, Übelkeit oder Erschöpfung vor. Diese Unterschiede führen dazu, dass Erkrankungen bei Frauen später erkannt werden.
Die Kardiologin Vera Regitz-Zagrosek berichtet aus ihrer klinischen Erfahrung, dass Frauen deshalb häufiger unterdiagnostiziert oder verzögert behandelt werden. Lange Zeit galten Frauenkörper als zu komplex für standardisierte Studien. Entsprechend selten wurden sie in klinische Forschung einbezogen.
Heute wächst das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Medizin. Forschung und Versorgung berücksichtigen biologische Unterschiede zunehmend systematisch. Fachgesellschaften fordern angepasste Leitlinien, mehr Daten und eine stärkere Sensibilisierung im Klinikalltag. Ziel ist eine sichere und gerechte Versorgung für alle Patientinnen und Patienten.
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