Risk-Management

Michael Thieme - Medinfoweb

Kliniken haben ein großes Interesse an einem hervorragenden Risikomanagement

Das Risikomanagement in Krankenhäusern verfolgt eine zentrale Zielsetzung: nämlich die Minimierung der Risiken für die Patienten, das Krankenhaus und dessen Mitarbeitende.

Im Mittelpunkt stehen zentrale Fragestellungen:

  • Wie kann die Funktionsfähigkeit eines Krankenhauses in internen und externen Krisensituationen sichergestellt werden?
  • Ist eine Einrichtung von Basisinfrastrukturen wie Strom, Wasser oder Informations- und Kommunikationstechnik so abhängig, dass ein Ausfall einer dieser Dienstleistungen die Funktionsfähigkeit insgesamt gefährden kann?
  • Welchen Gefahren (Naturereignis, technisches bzw. menschliches Versagen, krimineller oder terroristischer Akt) ist eine Einrichtung ausgesetzt?
  • Wie wahrscheinlich sind diese Gefahren und welche Folgen können daraus entstehen?
  • Welche konkreten Maßnahmen können ergriffen werden, um auch in extremen Situationen die Arbeitsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten?

Während das rein betriebswirtschaftlich-technische Risikomanagement vor allem die patientenfernen Abteilungen Finanzen und Controlling, Technik und Einkauf betrifft, beschäftigt sich das klinische Risikomanagement mit möglichen Gefahren im medizinischen Behandlungsprozess. Stetig steigende Haftpflichtprämien und der Beschluss des GBA Anfang 2014, dass ein klinisches Risikomanagement im Krankenhaus verbindlich wird, haben dazu geführt, dass immer mehr Krankenhäuser über dessen Einführung nachdenken.

Die Anforderungen der Haftpflichtversicherer werden von Jahr zu Jahr strenger. So mancher etablierte Versicherer weigert sich zwischenzeitlich das Risiko von Krankenhausbehandlungen zu tragen. Eine im System verankerte Fehlerkultur, Prozesse, um Risiken systematisch zu erfassen, und deren Ursachen zu untersuchen sowie geregelte Verantwortlichkeiten sucht man bisher in den meisten deutschen Krankenhäusern vergeblich.

Risikomanagement im Krankenhaus kann und darf von Führungskräften nicht delegiert, sondern muss gelebt werden – auch vom Chef selbst. Das betrifft sowohl die Patientensicherheit als auch alle sonstigen Fehler, die Mitarbeiter und ihre Chefs machen.

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    Quelle: medizinischerdienst.de
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