RWI-Ökonom fordert höhere Klinikzuzahlung zur Stabilisierung der Finanzierung

Ein Gesundheitsökonom des RWI-Leibniz-Instituts schlägt vor, die tägliche Zuzahlung im Krankenhaus von zehn auf 15 Euro zu erhöhen. Er verweist auf Inflation und Finanzierungsdefizite. Kritiker sehen Risiken für ältere Menschen…

26. Februar 2026
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Prof. Boris Augurzky, Gesundheitsökonom am RWI-Leibniz-Institut, fordert höhere Zuzahlungen für Klinikaufenthalte. Seit 2004 zahlen Patienten zehn Euro Eigenanteil pro Tag. Augurzky schlägt vor, diesen Betrag aufgrund der Inflation auf künftig 15 Euro anzuheben. Er begründet den Vorstoß mit der Inflation sowie den Finanzierungslücken im gesamten Gesundheitssystem.

Eine Anpassung bringt laut seinen Berechnungen jährlich mehrere hunderte Millionen Euro zusätzlich ein. Augurzky sieht die Finanzierung als Gemeinschaftsaufgabe, bei der Ärzte und Kliniken die finanzielle Last nicht mehr allein tragen sollen. Auch die Versicherten müssen sich in Zukunft wieder stärker an den Kosten beteiligen. Höhere Zuzahlungen treffen vor allem Senioren, da sie stationäre Leistungen besonders häufig in Anspruch nehmen. Augurzky hält dieses Vorgehen für generationengerecht. Ohne diesen Schritt tragen allein die Beitragszahler die gesamte finanzielle Last der Versorgung. Der Ökonom verlangt deshalb eine breite politische Debatte über ein Paket an verschiedenen Maßnahmen. Ein Verbund verschiedener Maßnahmen erleichtert laut Augurzky die politische Umsetzung solcher unpopulärer Schritte.

Bei freiwilligen Kassenleistungen wie der Homöopathie widerspricht Augurzky dem KBV-Vorsitzenden Andreas Gassen jedoch deutlich. Gassen fordert zwar ein Ende dieser Leistungen, doch Augurzky lehnt eine Streichung strikt ab. Eine Streichung schwächt aus seiner Sicht den Wettbewerb zwischen den einzelnen gesetzlichen Krankenkassen.

Quelle:
insidebw.de

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