Sana, Asklepios und Medivise erproben neue telemedizinische Versorgungsmodelle

Arztkabinen, virtuelle Krankenhausstationen und Telemedizin-Boxen sollen Versorgungslücken schließen und Ärzte entlasten. Erste Erfahrungen fallen positiv aus, doch Nutzen, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Grenzen bleiben offen…

12. Mai 2026
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Telemedizinische Versorgungsmodelle sollen Versorgungslücken schließen, niedergelassene Ärzte entlasten und den Zugang zur Versorgung erleichtern. Die Beispiele von Sana, Asklepios und Medivise zeigen zugleich, dass ihr Einsatz von rechtlichen Rahmenbedingungen und der Einbindung in bestehende Versorgungsstrukturen abhängt.

Sana betreibt seit November 2025 einen Medical Room in einer Kaufland-Filiale in Mosbach. Dort können Patienten telemedizinische Sprechstunden nutzen, sofern ihr Anliegen nach einem Fragebogen dafür geeignet ist. Mehr als drei Viertel der Patienten fanden laut Geschäftsführer Peter Silberhorn dort bereits eine adäquate Lösung. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg begrüßt niedrigschwellige Angebote, verweist aber auf Grenzen der Telemedizin und sieht den konkreten Zusatznutzen einer Arztkabine im Supermarkt skeptisch.

Regulatorische Vorgaben bremsen weitergehende Konzepte. Helios hat seine geplanten Cubes pausiert, weil Einrichtungen mit telemedizinischer Versorgung ohne Präsenzarzt derzeit nicht zulässig sind. Auch Sana darf im Medical Room bislang keine delegierbaren Leistungen wie Blutentnahmen oder Impfungen anbieten.

Weitere Modelle setzen an anderen Punkten an. Asklepios behandelt seit Anfang 2026 Bewohner kooperierender Pflegeeinrichtungen auf virtuellen Krankenhausstationen. Medivise stattet Apotheken mit Telemedizin-Boxen aus. Deutschlandweit sind etwa 20 installiert, weitere 30 in Produktion. Ob diese Ansätze dauerhaft tragfähig sind, bleibt offen.

Quelle:
kma-online.de

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