Schmerzmediziner versenden Brandbrief an den Gesundheitsausschuss im Bundestag
Deutschlands führende Schmerz- und Fachgesellschaften schlagen Alarm und fordern eigene Leistungsgruppe…
- Politik
Berlin, 26. Februar 2026: In einem gemeinsamen Brandbrief fordern die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), der BVSD, die Deutsche Schmerzgesellschaft und die IGOST von den Abgeordneten im Gesundheitsausschuss die sofortige Aufnahme einer eigenständigen Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ in die Krankenhausreform. Ohne diese Maßnahme drohen bis zu 40% der stationären multimodale Schmerztherapie-Angebote zu schließen – mit katastrophalen Folgen für 4,8 Millionen Menschen mit schweren chronischen Schmerzen.
Die aktuelle Systematik der Leistungsgruppen zwingt schmerzmedizinische Einrichtungen dazu, die Kriterien fachfremder Leistungsgruppen wie Innerer Medizin oder Chirurgie zu erfüllen, was weder medizinisch sinnvoll noch wirtschaftlich machbar ist. Es drohen Schließungen bestehenden stationärer Schmerztherapieangebote – erste Abteilungen verschwinden bereits.
In dem Brandbrief wird der Gesundheitsausschuss aufgefordert, sich im parlamentarischen Verfahren dafür einzusetzen, die Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ in die Krankenhausreform aufzunehmen. Dies wäre ein wichtiges Signal an Millionen Betroffene und die behandelnden Teams. Die Einführung einer eigenen Leistungsgruppe mit bereits vorhandenen Qualitätskriterien kann sofort bundesweit umgesetzt werden. Das würde Ländern und Kliniken Planungssicherheit schaffen, Folgekosten reduzieren und die Versorgung chronischer Schmerzpatienten langfristig sichern.
„Der Brandbrief war nur der Anfang,“ erklärt Dr. Richard Ibrahim, Präsident der DGS. „Gemeinsam mit unseren Partnern in der Schmerzmedizin setzen wir uns weiterhin für eine bestmögliche Versorgung unserer Patienten ein. Dafür werden wir bundesweit Stellung beziehen und den Dialog mit der Bundespolitik suchen – auch auf den bevorstehenden Schmerz- und Palliativtagen 2026. Leider ist bislang noch keine Vertreter bzw. kein Vertreter der Bundesregierung unserer Einladung gefolgt, um in den Austausch zu treten und an guten Lösungen zu arbeiten.“
Den Brandbrief finden Sie hier.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.