Schön Klinik setzt auf Zukäufe und Spezialisierung

Die Schön Klinik wächst schneller als der Markt und plant weitere Übernahmen. Vorstandschef Mate Ivančić sieht durch Reformdruck und Insolvenzen gute Chancen für Expansion und Spezialisierung im deutschen Klinikmarkt…

27. Februar 2026
  • Ökonomie

Die Schön Klinik Gruppe will ihr Wachstum in den kommenden Jahren beschleunigen. Das Familienunternehmen setzt dabei auf organische Entwicklung und gezielte Übernahmen. Neben Krankenhäusern rücken auch ambulante Strukturen wie Hausarztsitze in den Fokus.

Seit 2019 führt Vorstandsvorsitzender Mate Ivančić die Gruppe. In sechs Jahren stieg der Umsatz von 880 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro. Für 2024 entspricht das einem Plus von rund zehn Prozent. Laut Daten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon wuchs der Gesamtmarkt im selben Zeitraum um etwa acht Prozent.

Der Konsolidierungsdruck im Markt eröffnet neue Möglichkeiten. Viele Hausarztpraxen finden keine Nachfolge. Zahlreiche Kliniken schreiben Verluste. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft meldeten in den vergangenen zwei Jahren 47 Häuser Insolvenz an. Ivančić berichtet von regelmäßigen Anfragen durch Insolvenzverwalter.

Im Zuge der Krankenhausreform gewinnen größere, versorgungsrelevante Standorte an Bedeutung. Schön Klinik prüft daher vor allem Schwerpunktversorger mit breitem medizinischem Angebot. Ein Beispiel ist die Übernahme der Imland-Kliniken mit rund 800 Betten im Jahr 2023.

Wirtschaftlich steht die Gruppe solide da. Laut Ratingagentur Fitch lag die Ebitda-Marge 2024 bei über zwölf Prozent. Der Branchendurchschnitt erreichte nach Curacon-Analyse 1,24 Prozent. Von 15 Krankenhäusern schreibt aktuell nur der Standort Vogtareuth Verluste. Dort baut das Unternehmen kleine Fachabteilungen ab und stärkt die hochspezialisierte Kindermedizin.

Nach dem Rückkauf der Minderheitsbeteiligung von Carlyle will die Gruppe eigenständig weiter wachsen. International zieht sich das Unternehmen aus Großbritannien zurück. Der Fokus liegt künftig auf dem deutschen Markt.

Quelle:
handelsblatt.de

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