Spargesetz bedroht Geburtshilfe: Hebammen protestieren vor Gesundheitsministerkonferenz
Hebammenverbände protestieren in Hannover gegen das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz und fordern vollständige Refinanzierung von Personalkosten sowie bessere Vergütung im ambulanten Bereich…
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Anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am morgigen Mittwoch in Hannover protestieren alle 16 Hebammenlandesverbände und der Deutsche Hebammenverband (DHV) gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Ihr zentrales Ziel ist die vollständige Refinanzierung von Personalkosten bis zur Tarifgrenze, einschließlich Leitungsfunktionen, Hebammenkreißsälen und Praxisanleitung.
Das geplante Einfrieren des Pflegebudgets ab 2027 gefährdet laut Hilke Schauland, erste Landesvorsitzende des Hebammenlandesverbandes Niedersachsen, die Versorgung in Kreißsälen massiv. Statt der angestrebten Eins-zu-eins-Betreuung drohen Betreuungsrelationen von einer Hebamme auf bis zu fünf Gebärende. Die Folgen: mehr medizinische Interventionen, höhere Folgekosten, stärkere psychische Belastung der Frauen und zunehmende Abwanderung von Fachkräften.
Ursula Jahn-Zöhrens, Beirätin für den Freiberuflichenbereich im DHV-Präsidium, begrüßt zwar die Bundesratsposition gegen eine Deckelung des Pflegebudgets, hält sie aber für unzureichend. Die dauerhafte Begrenzung von Vergütungssteigerungen treffe freiberufliche Hebammen doppelt. Sie mussten bereits den mangelhaften Hebammenhilfevertrag akzeptieren. Ohne Nachbesserung drohe der Berufszweig wegzubrechen, obwohl die Studierendenzahlen zuletzt deutlich gestiegen sind. Der DHV hat ein Positionspapier mit fünf konkreten Forderungen zum Erhalt der Geburtshilfe vorgelegt.
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