Sparpaket soll GKV-Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent stabilisieren, doch ab 2029 klafft erneut eine Milliardenlücke
Das BMG stuft die GKV-Finanzlage als „extrem kritisch“ ein. Ausgaben steigen 2026 um 7,7 Prozent, ein Sparvolumen von 2,5 Milliarden Euro soll den Zusatzbeitrag knapp stabilisieren…
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Das Bundesgesundheitsministerium bewertet die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung als „extrem kritisch„. Grundlage ist eine interne Analyse auf Basis der Finanzdaten des ersten Quartals 2026, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.
Die Ausgaben der GKV stiegen in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent und damit deutlich stärker als der für das Gesamtjahr erwartete Aufwuchs von 6,5 Prozent. Gleichzeitig wuchsen die beitragspflichtigen Einnahmen nur um 4,1 Prozent. Das BMG rechnet deshalb für 2026 mit rund 3,5 Milliarden Euro Mehrausgaben gegenüber bisherigen Prognosen.
Um den GKV-Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent zu stabilisieren, ist laut Ministerium ein zusätzliches Sparvolumen von 2,5 Milliarden Euro erforderlich. Dieses soll das vorliegende Änderungspaket der Regierungsfraktionen erbringen und die Deckungslücken für 2026 und 2027 „knapp“ schließen. Weiteren Spielraum schließt das BMG ausdrücklich aus.
Für die Jahre 2029 und 2030 reichen diese Maßnahmen jedoch nicht. Das Ministerium erwartet für 2029 eine Finanzlücke von 3,4 Milliarden Euro und für 2030 von sechs Milliarden Euro. Strukturreformen sollen mittelfristig Abhilfe schaffen. Die Finanzkommission Gesundheit soll dazu bis Ende 2026 Empfehlungen vorlegen.
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