Streit um Hybrid-DRG-Vergütung: BDC kritisiert AOK-Analyse und fordert Abwarten der gesetzlichen Evaluation
Der BDC widerspricht der AOK-Forderung nach niedrigeren Hybrid-DRG-Pauschalen. Statt Preissenkungen brauche es differenziertere Vergütungen nach Eingriffsschwere und eine realistische Refinanzierung der Sachkosten…
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Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) lehnt die vom AOK-Bundesverband geforderte Absenkung der Hybrid-DRG-Vergütung ab. BDC-Vizepräsident Dr. Peter Kalbe kritisiert, aus steigenden Ausgaben unmittelbar niedrigere Preise abzuleiten, sei sachlich nicht begründbar. Zunächst müsse geklärt werden, welcher Anteil der Fallzahlsteigerung auf die gewünschte Verlagerung aus dem stationären Bereich, auf Veränderungen im Leistungsspektrum oder auf tatsächlich zusätzliche Leistungen zurückgehe.
Der BDC benennt methodische Schwächen der zugrunde liegenden WIdO-Analyse. Das WIdO räume selbst ein, dass frühere vertragsärztliche Ausgaben nicht vollständig rekonstruierbar seien. Zudem würden Krankenhausdaten als Vergleichsmaßstab herangezogen, die gerade bei Implantatkosten die Kostenstrukturen niedergelassener Ärzte nur eingeschränkt abbildeten.
Das zentrale Problem sieht der Verband in der Struktur der Hybrid-DRGs selbst. Einzelne Pauschalen, etwa in der Fußchirurgie, fassten Eingriffe mit stark unterschiedlicher Komplexität und Sachkosten zusammen. Dr. Kalbe fordert eine stärkere Differenzierung nach Eingriffsschwere und eine realistische Refinanzierung der Implantatkosten. Eine pauschale Preissenkung löse die bestehenden Fehlanreize nicht.
Der BDC verweist zudem auf die gesetzlich nach §115f vorgeschriebene Evaluation durch InBA und InEK, deren erster Bericht zum 31. Dezember 2026 vorgesehen ist. Referatsleiter Dr. Ralf Schmitz fordert, diese Ergebnisse abzuwarten. Positiv bewertet der Verband, dass die Ambulantisierung vorankomme und bislang keine Qualitätseinbußen erkennbar seien.
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