TK meldet 7.540 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler – 14 Prozent mehr als im Vorjahr

Die Techniker Krankenkasse verzeichnete 2025 mit 7.540 Verdachtsfällen auf Behandlungsfehler einen neuen Höchststand – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. TK und Medizinischer Dienst fordern ein einheitliches Melderegister…

3. Juni 2026
  • QM

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat für 2025 einen Rekordwert bei Verdachtsfällen auf Behandlungsfehler gemeldet: 7.540 Fälle, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas fordert, die Rahmenbedingungen zur Aufdeckung bislang unentdeckter Fehler grundlegend zu verbessern.

Der Medizinische Dienst erstellte laut seinem Jahresbericht 2024 bundesweit über 12.000 Gutachten. In 3.700 Fällen wurde ein Behandlungsfehler bestätigt, in jedem fünften davon war der Fehler ursächlich für den entstandenen Schaden. In NRW bestätigten sich rund 30 Prozent der 1.300 geprüften Fälle – Voraussetzung für einen möglichen Schadenersatzanspruch.

Ein strukturelles Problem bleibt die Transparenz: Ärztinnen und Ärzte sind nicht grundsätzlich verpflichtet, Fehler offenzulegen. Laut TK werden Fehler zu oft verschwiegen oder bagatellisiert. Zudem darf die Krankenkasse Versicherte nicht auf Auffälligkeiten in den Abrechnungsdaten hinweisen – auch wenn diese klare Hinweise auf Behandlungsfehler enthalten.

Medizinischer Dienst und TK fordern ein einheitliches, digitales Melderegister. Derzeit führen Ärztekammern, Medizinischer Dienst und Krankenkassen jeweils eigene Register. Ein gemeinsames Register soll vor allem die Nachbehandlung betroffener Patientinnen und Patienten verbessern – ohne haftungs- oder strafrechtliche Konsequenzen für die meldenden Mediziner. Beim Datenschutz sieht die TK ebenfalls Nachbesserungsbedarf.

Quelle:
wdr.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.