Trägerwechsel in Wiesbaden: Psychiatrie der HSK wechselt zum 1. November zu Vitos

Die psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken der Helios HSK in Wiesbaden sollen zum 1. November an Vitos übergehen. Der neue Betreiber plant vier Millionen Euro für Gebäudesanierungen…

27. August 2026
  • Ökonomie

Die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden verkaufen ihre psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken an Vitos, den größten Anbieter psychiatrischer Versorgung in Hessen. Vorbehaltlich ausstehender Gremienbeschlüsse soll die Übernahme zum 1. November wirksam werden.

Aufsichtsräte von Helios HSK und der städtischen EGW Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden billigten den Verkauf am Montag, der Magistrat stimmte am Dienstag zu. Das abschließende Votum liegt bei der Stadtverordnetenversammlung am 30. September. Die Stadt ist mit 51 Prozent an der HSK beteiligt und muss dem Verkauf zustimmen.

Rund 160 Beschäftigte wechseln den Arbeitgeber. Vitos investiert vier Millionen Euro in die Gebäudesanierung. Von fünf Stationen ist bislang nur eine vollständig saniert, eine weitere muss grundlegend instand gesetzt werden. Für das Klinikgelände schließt Vitos mit der Stadt einen Erbpachtvertrag. Langfristig plant der Konzern den Neubau einer psychosomatischen Klinik sowie die Zusammenführung von Vitos Wiesbaden und Vitos Rheingau. Ein Transformationsbeirat mit Stadt und EGW begleitet den Prozess.

Vitos-Geschäftsführer Reinhard Belling bezeichnet den Schritt als „Re-Kommunalisierung“. Vitos gehört dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, beschäftigt rund 12.300 Menschen an 115 Standorten und versorgt jährlich rund 44.000 Patientinnen und Patienten stationär oder teilstationär. Mit der Übernahme erweitert sich das Versorgungsgebiet um rund 220.000 Wiesbadener Einwohnerinnen und Einwohner.

Der Trägerwechsel folgt auf Monate negativer Schlagzeilen. Ein anonymes Schreiben aus der Belegschaft hatte auf Überbelegung sowie Übergriffe unter Patientinnen und Patienten und gegenüber Beschäftigten hingewiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Mitarbeitende wegen des Verdachts der Misshandlung Schutzbefohlener.

Quelle:
fr.de

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