Fünf Jahre nach der Idee: 36 Studierende starten an Brandenburgs neuer Universitätsmedizin
Zum Wintersemester 2026/2027 startet die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus mit 36 Studierenden. Die Langzeitfinanzierung ab Mitte der 2030er Jahre bleibt ungeklärt…
- Ökonomie
Fünf Jahre nach dem ersten Konzeptentwurf nimmt die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) in Cottbus den Lehrbetrieb auf. Zum Wintersemester 2026/2027 werden 36 Studierende im Modellstudiengang Humanmedizin immatrikuliert. Bis 2035 soll die Zahl auf rund 165 Studienanfänger pro Jahr wachsen.
Die Gründung geht auf den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg zurück. Ziel war es, die Gesundheitsversorgung in der Lausitz zu sichern und Wissenschaft sowie Forschung als neue Wachstumstreiber zu etablieren. Der Wissenschaftsrat votierte im April 2024 positiv, der Brandenburgische Landtag verabschiedete im Juni 2024 das Universitätsmedizingesetz. Am 1. Juli 2024 wurde die MUL-CT gegründet; das frühere Carl-Thiem-Klinikum wurde damit zum ersten staatlichen Universitätsklinikum Brandenburgs.
Der Studiengang setzt auf Patientenzentrierung, Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (beide SPD) bezeichneten den Aufbau als Erfolgsprojekt.
Der 3,8 Milliarden Euro teure Aufbau wurde zu mehr als der Hälfte aus Bundesmitteln finanziert, die Brandenburg im Rahmen des Braunkohleausstiegs erhielt. Ab Mitte der 2030er Jahre muss das Land die Kosten alleine tragen. Finanzminister Daniel Keller (SPD) muss derzeit ein Haushaltsdefizit von rund 3,5 Milliarden Euro ausgleichen. Das Land baut fünf Prozent der Stellen in der Landesverwaltung ab. Wie Brandenburg die Universitätsmedizin unter diesen Bedingungen langfristig finanzieren will, ist offen.
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