Viel Technik, wenig Verantwortung: Warum Reformen die Versorgung verfehlen

Dr. Francesco De Meo beschreibt das deutsche Gesundheitswesen als technisch brillant, aber strukturell fehlgesteuert. Warnzeichen sind bekannt, Konsequenzen bleiben aus. Noch ist Kurskorrektur möglich…

5. Februar 2026
  • Politik

Zum kma-Jubiläum analysiert Dr. Francesco De Meo das deutsche Gesundheitswesen mit einer glasklar formulierten Metapher. Er vergleicht das System mit der Titanic. Hochentwickelt, teuer und komplex, aber selbstzufrieden und schwerfällig. Trotz Spitzenmedizin und permanenter Reformen verbessert sich die Versorgung vieler Menschen kaum. Warnsignale wie Demografie, Fachkräftemangel und chronische Überlastung sind seit Jahren bekannt. Politik und Selbstverwaltung reagieren jedoch zögerlich. Strukturen und Zuständigkeiten dominieren und reale Versorgungsbedarfe treten in den Hintergrund.

De Meo beschreibt eine hierarchische Systemlogik. Belastungen treffen zuerst Patientinnen und Patienten sowie die Beschäftigten an der Basis. Darüber folgen Verwaltungen und Institutionen mit starkem Regel- und Zuständigkeitsfokus. An der Spitze steht eine Politik, die Veränderungen scheut. Technik und Geld allein lösen nach seiner Analyse keine Versorgungsprobleme. Was fehlt, sind Prävention, Koordination und eine starke Primärversorgung.

Der Autor warnt eindringlich vor den politischen Folgen. Wenn Versorgungslücken Alltag werden, schwindet Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit. Ein Kurswechsel sei möglich, aber erfordere Mut. Gefordert sind menschenorientierte Steuerung, regionale Verantwortung und echte Anreize für Gesundheit.

Quelle:
kma-online.de

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