Vivantes führt europaweit erste Knieprothesen-OP mit AR-Datenbrille durch

Am 30. Juli implantierte das Vivantes Klinikum Am Urban europaweit erstmals eine Knieprothese mithilfe einer Augmented-Reality-Datenbrille, die Messdaten in Echtzeit ins Sichtfeld einblendet…

3. August 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Das Vivantes Klinikum Am Urban hat am vergangenen Donnerstag europaweit erstmals eine Knieprothese unter Einsatz einer Augmented-Reality-Datenbrille implantiert. Das System blendet Achsen, Winkel und Resektionshöhen in Echtzeit direkt ins Sichtfeld der Operierenden ein und ersetzt damit den Blickwechsel zwischen Operationsfeld und separatem Monitor.

Prof. Dr. med. Mohssen Hakimi, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie, leitete den Eingriff. Er hebt einen konkreten medizinischen Vorteil hervor: Das Verfahren erfordert keine Eröffnung des Markraums im Oberschenkel zur Achsbestimmung, was das Embolierisiko bei der Prothesenimplantation senkt. Die chirurgischen Entscheidungen und die Implantation selbst verbleiben ausschließlich beim Operationsteam.

Gegenüber klassischen Navigationssystemen benötigt die Technologie keinen separaten Navigationsturm und keine zusätzliche Infrastruktur im OP. Das ermöglicht einen flexibleren Einsatz und verbessert die Ergonomie. Messwerte zur Ausrichtung der Implantatkomponenten werden während des Eingriffs automatisch dokumentiert.

Mögliche Vorteile für Patientinnen und Patienten ergeben sich aus der präziseren und reproduzierbaren Prothesenausrichtung sowie dem geringeren Instrumenteneinsatz. Ob sich daraus Vorteile für Heilungsverlauf oder Langzeitfunktion ableiten lassen, soll die weitere klinische Erprobung und wissenschaftliche Auswertung zeigen.

Quelle:
vivantes.de

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