Warken plant digitales Primärversorgungssystem über die ePA

Ein Referentenentwurf soll die ePA zum digitalen Zugang in die ambulante Versorgung machen. Geplant sind Ersteinschätzung, Terminbuchung über die Kassenärztlichen Bundesvereinigung und elektronische Überweisungen als neuer Standard…

8. April 2026
  • Digitale Klinik
  • Politik

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die ePA zum digitalen Zugang in die ambulante Versorgung ausbauen. Ein Referentenentwurf sieht vor, dass Versicherte über die ePA eine Ersteinschätzung erhalten und bei Bedarf direkt zur Terminbuchung weitergeleitet werden. Damit verknüpft das geplante Primärversorgungssystem digitale Steuerung und Versorgung stärker als bisher.

Die Terminbuchung soll über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung laufen. Private Anbieter digitaler Terminvermittlung sollen den Prozess nicht kommerziell ausnutzen können. Der Entwurf betont zugleich, dass sie nicht diskriminiert werden sollen.

Der Entwurf macht elektronische Überweisungen noch in dieser Legislaturperiode zum Standard. Vertragsärzte sollen ab dem 1. September 2029 elektronische Überweisungen ausstellen und abrufen. KBV und GKV-Spitzenverband müssen die nötigen Regelungen bis zum 1. November 2027 festlegen. Versicherte können weiterhin wählen, ob sie zusätzlich einen Papierausdruck erhalten.

Das Gesetz kündigt außerdem Maßnahmen in fast allen digitalisierungsrelevanten Bereichen des Gesundheitswesens und der Pflege an. Es stellt Innovationen in der ePA, erweiterte Zugriffsmöglichkeiten für Apotheker und eine stabilere Telematikinfrastruktur in den Mittelpunkt. Die KBV begrüßt die vorgesehene Schlüsselrolle ihrer bewährten Kanäle, fordert aber mehr Akzeptanz und Verbindlichkeit der ePA. TK-Chef Dr. Jens Baas bewertet den Entwurf ebenfalls positiv und verlangt einheitliche Standards für Ersteinschätzung und Terminvermittlung.

Quelle:
aok.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.