Würzburger Klinikum testet KI-Patientensimulation für die Medizinausbildung
Am Universitätsklinikum Würzburg üben Medizinstudierende Patientengespräche mit einer KI-gesteuerten Simulation, die Gesprächsverläufe über mehrere Sitzungen hinweg speichert und darauf reagiert…
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Das Universitätsklinikum Würzburg adressiert mit dem Projekt KIPS eine strukturelle Lücke in der klinischen Ausbildung. Medizinstudierende können Arzt-Patienten-Gespräche bisher nur begrenzt üben, weil Simulationspatienten und -patientinnen, Räume und Termine koordiniert werden müssen.
KIPS ersetzt diesen Aufwand nicht, ergänzt ihn aber als skalierbare Trainingsplattform. Über eine Web-Applikation führen Studierende Gespräche mit virtuellen Patientinnen, deren Antworten ein Sprachmodell in Echtzeit generiert. Training ist damit orts- und zeitunabhängig möglich.
Das zentrale Merkmal des Systems ist die Mehrfach-Visite. Die virtuelle Patientin erinnert sich an frühere Gespräche. Wer eine Diagnose nicht erklärt oder wichtige Informationen zurückhält, trifft beim nächsten Besuch auf eine verunsicherte Patientin. Wer richtig kommuniziert, erlebt sichtbare Fortschritte. Klinische Konsequenzen werden so erfahrbar, ohne reale Patientinnen zu belasten.
Die KI agiert dabei nicht unkontrolliert. Sie greift ausschließlich auf Daten zurück, die Dozierende vorab in einem Dashboard hinterlegt haben. Medizinisch falsche oder frei erfundene Antworten werden so strukturell verhindert. Das automatisierte Feedback nach jedem Gespräch umfasst Gesprächsprotokolle, linguistische Metriken und vordefinierte Checklisten.
Die Pilotstudie startet im Herbst 2026. Das Team untersucht dabei auch, ob Studierende echte Empathie in der Interaktion erleben oder ob das Wissen um die Maschinennatur die Immersion unterbricht. Mittelfristig soll die Plattform auch für Pflege und Hebammenwissenschaft geöffnet werden.
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