Zwei Unikliniken, zwei Modelle: So organisieren Charité und LMU den KI-Einsatz

Charité und LMU Klinikum bündeln ihre KI-Aktivitäten in eigenen Instituten. München setzt auf Forschung und Vernetzung, Berlin auf Forschung und gezielte Umsetzung in den Klinikalltag…

9. April 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Die Charité Berlin und das LMU Klinikum München schaffen eigene Institute für Künstliche Intelligenz in der Medizin. Beide Häuser bauen damit feste Strukturen auf, um KI systematisch zu entwickeln, zu koordinieren und näher an die Versorgung zu bringen. Die Schwerpunkte unterscheiden sich aber deutlich.

Am LMU Klinikum startete das IKIM am 1. Oktober 2025 unter Leitung von Prof. Björn Eskofier. Das Institut soll forschen, KI-Aktivitäten im Klinikum und in der Medizinischen Fakultät vernetzen und die Klinikumsleitung beraten. Geplant ist ein 25-köpfiges Team mit zwei Professuren. Inhaltlich arbeitet das Institut unter anderem an Zeitreihenanalysen und am Projekt „dAIbetes“, das mit föderiertem Lernen den Therapieerfolg bei Diabetes Typ 2 vorhersagen soll.

Wichtig ist in München auch die Abgrenzung: Das IKIM soll KI-Entwicklungen nicht selbst zu marktreifen Produkten machen. Diese Aufgabe liegt laut Eskofier bei den einzelnen Arbeitsgruppen.

Die Charité gründete ihr IKIM im Oktober 2025 am Deutschen Herzzentrum der Charité. Gründungsdirektor Prof. Alexander Meyer organisiert das Institut mit zwei Säulen. Forschung und Lehre auf der einen Seite, Transformation auf der anderen. Ein 15-köpfiges Team soll die Charité „AI-ready“ machen, KI-Projekte beraten und Anwendungen für Clinical Intelligence in den Klinikbetrieb bringen.

Berlin richtet das Institut damit stärker auf die Umsetzung im Uniklinikum aus. München setzt stärker auf Forschung, Vernetzung und strategische Beratung. Zusammen zeigen beide Beispiele, wie Krankenhäuser KI organisatorisch fest verankern.

Quelle:
kma-online.de

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