Zweiter Standort für Unimedizin Mainz: Stadt startet mehrstufiges Prüfverfahren ohne Zeitplan

Vorstandschef Prof. Ralf Kiesslich drängt auf eine Zwei-Standort-Lösung für die Unimedizin Mainz, da eine Sanierung am bisherigen Standort bis 2055 dauern und deutlich teurer ausfallen würde…

21. Juli 2026
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Prof. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz, fordert eine rasche Entscheidung über einen zweiten Klinikstandort. Gutachten hätten ergeben, dass eine vollständige Sanierung am bisherigen Standort in der Mainzer Oberstadt bis 2055 dauern würde und damit länger als ein Neubau an einem neuen Standort.

Kiesslich begründet die Ablehnung einer reinen Sanierungslösung mit drei Argumenten: höheren Kosten, eingeschränkter Patientenversorgung während der Bauphase sowie fehlender Resilienz, die ein Innenstadtcampus strukturell nicht bieten könne. Den Kern der Unimedizin wolle man auf eine neue Fläche verlagern, was nur in Abstimmung mit der Stadt möglich sei.

Rückendeckung erhält Kiesslich aus der Landespolitik. Im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Landesregierung haben sich beide Parteien für eine Zwei-Standort-Lösung ausgesprochen. Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase hatte Anfang Mai angekündigt, in den kommenden Monaten städtische Weichen zu stellen.

Die Stadt hat inzwischen eine Bewertungsmatrix vorbereitet und die Unimedizin um Bestätigung zentraler Parameter gebeten, darunter Flächenbedarf, Anbindung und Gebäudevolumen. Geplant ist ein mehrstufiges Verfahren mit Vor- und Detailprüfung. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht. Als möglicher Standort gilt ein Gelände am Stadtrand nahe des ZDF, das jedoch wegen befürchteter Auswirkungen auf die Frischluftzufuhr für Mainz teilweise kritisch bewertet wird.

Quelle:
kma-online.de

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