1.000 Patienten mehr pro Tag – Was tun im Krisenfall?
Die Reduzierung der Krankenhauskapazitäten durch Lauterbachs Reformpläne birgt nach Expertenmeinung Risiken, da sie im Falle eines militärischen Konflikts oder einer Katastrophe nicht ausreichen werden.
- Politik
Ist unser Gesundheitssystem nach der Krankenhausreform auf den Ernstfall vorbereitet?
Ralf Hoffmann, Generaloberstabsarzt und Kommandeur des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, wird zu Beginn seiner Rede emotional: „Wenn ich mal selbst meine Seelenlage offenlege, sage ich Ihnen ganz ehrlich: Ich fühle mich zurzeit bedroht. Ich fühle mich bedroht als Bürger und als Soldat der Bundesrepublik Deutschland. Wir leben nicht mehr in sicheren Zeiten. Und ich glaube, die meisten von Ihnen werden mir zustimmen.“
Die geplante Krankenhausreform von Gesundheitsminister Lauterbach (SPD) sieht einen Abbau von Bettenkapazitäten vor, was in Friedenszeiten sinnvoll erscheint. Experten wie Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann vom Sanitätsdienst der Bundeswehr warnen jedoch, dass dies im Ernstfall – etwa bei militärischen Konflikten oder Katastrophen – fatale Folgen haben könnte. So rechnet Ralph Tiesler vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Bündnisfall mit 1.000 zusätzlichen Patienten pro Tag und fordert, Reservekapazitäten in Krankenhäusern vorzuhalten. Auch der Vertreter der Bundeswehr, Hoffmann, kritisierte, dass die geplanten Reformen die sicherheitspolitischen Herausforderungen außer Acht ließen, was zu einem Mangel an notwendigen Betten und zu einer Konkurrenz zwischen zivilen und militärischen Patienten führen könne. Lauterbach habe ein Krisengesetz versprochen, aber bisher bleibe die Reform auf die Friedensversorgung fokussiert…
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