47. Hausärztinnen- und Hausärztеtag: Selbstständige Ärztinnen fordern gleichwertige Mutterschutzregelungen
Selbstständige Ärztinnen sind bei Schwangerschaft und Mutterschaft finanziell und rechtlich unzureichend abgesichert. Der 47. Hausärztinnen- und Hausärztеtag fordert gesetzliche Gleichstellung mit angestellten Ärztinnen…
- Personal
- Politik
Beim 47. Hausärztinnen- und Hausärztетag in Berlin haben Teilnehmende übereinstimmend gefordert, den Mutterschutz für selbstständige Ärztinnen gesetzlich zu verankern. Hausärztin Nadja Jesswein, Sprecherin des Forums Hausärztinnen beim Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV), bezeichnete die fehlende Absicherung als Versorgungsfrage: Wenn junge Ärztinnen aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen auf eine Praxisgründung oder -übernahme verzichteten, habe das direkte Folgen für die Patientenversorgung.
Konkret kritisierte Jesswein, dass das Kranken(tage)geld für viele Selbstständige zwar die einzige Möglichkeit zur Absicherung der Lebenshaltungskosten darstelle, aber aufgrund zahlreicher Ausschlussklauseln ungeeignet sei. Betriebskosten- und Ausfallversicherungen deckten weder Tätigkeitsunterbrechungen wegen gesundheitlicher Risiken noch die Mutterschutzzeiten vor und nach der Geburt ab. Teilweise seien schwangerschaftsbedingte Krankschreibungen explizit ausgeschlossen.
Jesswein hatte dieselbe Forderung bereits auf dem 130. Deutschen Ärztetag gestellt. Der entsprechende Antrag wurde zur weiteren Befassung an den Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) überwiesen. Sie verwies auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2010, die Schwangerschaft und Mutterschaft Selbstständiger regelt und in Deutschland bislang nur lückenhaft umgesetzt ist.
Grünen-Politiker Armin Grau räumte in der Podiumsdiskussion gesetzgeberischen Handlungsbedarf ein, einen konkreten Gesetzentwurf gebe es jedoch nicht. Jesswein forderte zudem dauerhaft gepflegte Vertretungspools über die Kassenärztlichen Vereinigungen. Cecilia Correa von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd) ergänzte, dass fehlende Praxisanteile im Studium junge Ärztinnen unzureichend auf die Selbstständigkeit vorbereiteten.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.