71 Prozent der Kinder mit gesicherter OP-Indikation warten vier Monate oder länger auf HNO-Eingriff
Ein Drittel der niedergelassenen HNO-Ärzte hat ambulante Kinderoperationen aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben, 71 Prozent der betroffenen Kinder warten vier Monate oder länger auf einen OP-Termin…
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Eine Umfrage des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO) belegt eine wachsende Versorgungslücke bei ambulanten HNO-Kinderoperationen, denn 33 Prozent der befragten Ärzte haben diese Eingriffe vollständig aufgegeben, weitere 21 Prozent haben ihren Umfang reduziert.
Der BVHNO befragte seine Mitglieder vom 20. bis 28. August 2026 online. Von 3.729 eingeladenen berufstätigen Mitgliedern nahmen 729 teil, was einer Rücklaufquote von 19,6 Prozent entspricht. Grundlage der Auswertung zur OP-Tätigkeit bildeten die Angaben von 708 Befragten.
59 Prozent der Befragten sehen pro Quartal elf bis 50 Kinder mit gesicherter Operationsindikation für Eingriffe wie Tonsillotomie, Adenotomie oder Paukenröhrcheneinlage. Gleichzeitig müssen 71 Prozent der betroffenen Kinder vier Monate oder länger auf einen OP-Termin warten, viele sogar ein halbes Jahr oder mehr.
Als Hauptursache nennen 59 Prozent der Befragten die unzureichende Vergütung. 91 Prozent halten HNO-Kinderoperationen unter den aktuellen Rahmenbedingungen für eher nicht oder nicht wirtschaftlich erbringbar.
Zugleich signalisiert die Ärzteschaft Bereitschaft zur Rückkehr. 46 Prozent würden ihre operative Tätigkeit bei besserer Vergütung sicher wieder aufnehmen oder ausweiten, weitere 30 Prozent halten dies für wahrscheinlich. BVHNO-Präsident Jan Löhler sieht deshalb die Politik in der Pflicht. Der Schlüssel für kürzere Wartezeiten liege bei den Rahmenbedingungen, nicht am fehlenden Engagement der Ärzteschaft.
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