85 Prozent befürworten Organspende, kaum jemand hat es dokumentiert: Hartmannbund sieht Handlungsbedarf im Bundestag
Die geplante Widerspruchslösung bei der Organspende stößt beim Hartmannbund auf Zustimmung. Der Verband sieht darin Rechtssicherheit für Ärzte und Entlastung für Angehörige…
- Politik
Der Hartmannbund begrüßt die fraktionsübergreifend geplante Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende und sieht darin eine Chance, die Lücke zwischen hoher Spendebereitschaft und niedrigen Spenderzahlen zu schließen.
Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZfgA) befürworten rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland die Organspende, doch nur ein Bruchteil hat seine Entscheidung dokumentiert. Frankreich, Spanien und Österreich erzielen mit vergleichbaren Regelungen deutlich höhere Spenderquoten.
Der Verband betont, dass die aktuelle Rechtslage Ärztinnen und Ärzte vor erhebliche Probleme stellt. Fehlt ein dokumentierter Wille, müssen Angehörige in einer Ausnahmesituation stellvertretend entscheiden, was häufig dazu führt, dass eine mögliche Organspende unterbleibt. Eine gesetzliche Regelung würde diese Verantwortung von den Angehörigen nehmen und den Behandelnden Rechtssicherheit geben, ohne die individuelle Entscheidungsfreiheit einzuschränken.
Als Voraussetzungen für den Erfolg der Reform nennt der Hartmannbund ein verlässliches Widerspruchsregister, eine dauerhafte Aufklärungskampagne sowie eine ausreichende klinische Ausstattung, die steigenden Spenderzahlen gerecht wird.
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