9.000 Unterschriften reichten nicht: Geburtshilfe in Schwalmstadt ist Geschichte

Asklepios hat die Geburtshilfe im Klinikum Schwalmstadt wegen Personalmangels zweieinhalb Monate früher als geplant geschlossen. Im Schwalm-Eder-Kreis bleibt nur noch eine Geburtsklinik in Fritzlar…

14. Oktober 2026
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Die Geburtshilfe im Asklepios Klinikum Schwalmstadt ist seit Montag geschlossen. Wegen Personalmangels kam das Aus zweieinhalb Monate früher als ursprünglich geplant. Nachdem die Schließung im Juli angekündigt worden war, hatten einzelne Hebammen und Ärzte gekündigt. Bereits seit September ließen sich die Dienste nicht mehr vollständig besetzen.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es damit nur noch eine Geburtsklinik in Fritzlar. Fast 30 Hebammen waren in Schwalmstadt angestellt. Sie bleiben zwar bis Jahresende unter Vertrag, haben aber keinen Kreißsaal mehr vor Ort. Besonders betroffen sind Kolleginnen mit Familie in der Region. Sie müssen künftig 40 bis 50 Minuten zum nächsten Kreißsaal pendeln.

Eine Bürgerinitiative hatte rund 9.000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt und auf die schwierige Erreichbarkeit im ländlichen Raum hingewiesen. Der leitende Oberarzt Mohamed Koheil nannte die Schließung angesichts der Personallage eine vernünftige Entscheidung, äußerte aber die Hoffnung, dass andere Kliniken ausreichend Kapazitäten haben.

Hebamme Lea Rohde, zweite Vorsitzende des Hebammenverbands Hessen, warnte vor weiteren Schließungen. Sie verwies auf rückläufige Geburtenzahlen, Stellenkürzungen durch das Beitragsstabilisierungsgesetz und steigende Absolventinnenzahlen im Hebammenstudium. Die Klinikleitung begründete die Schließung mit der Krankenhausreform und dem Risiko für Mutter und Neugeborenes bei unzureichender Personaldecke.

Quelle:
hessenschau.de

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