Modernster OP-Bereich in Bayern – Inbetriebnahme der neuen OP-Säle am Klinikum Neumarkt
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Seit Anfang Juli sind die vier neuen OP-Säle am Klinikum Neumarkt in Betrieb. Sie wurden als Kernbereich im Rahmen einer umfangreichen Neustrukturierung mit dem 8. Bauabschnitt in knapp drei Jahren Bauzeit errichtet. Damit steht in Neumarkt der modernste OP-Bereich Bayerns (und darüber hinaus) für die Patientenversorgung zur Verfügung. Und was heutzutage auch nicht mehr möglich erscheint: Die Fertigstellung erfolgte zwei Monate früher als ursprünglich geplant.
Landrat Willibald Gailler und Klinikvorstand René Klinger zeigten sich begeistert: „Die neuen OP-Säle sorgen für eine deutliche Qualitätsverbesserung in der stationären Gesundheitsversorgung und wir sind in diesem Bereich jetzt hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Unser Dank gilt den Verantwortlichen in den zuständigen Behörden sowie den Mitgliedern im Krankenhausplanungsausschuss und nicht zuletzt Finanzminister Albert Füracker, der sich tatkräftig für dieses Vorhaben engagierte.“ Insgesamt sind mehr als 20 Mio. € in dieses Projekt geflossen.
Die baulichen Schwierigkeiten und Herausforderungen erläuterten Stefan Simon vom Ludwigshafener Planungsbüro alsh und Hans-Jürgen Distler vom gleichnamigen Neumarkter Architekturbüro. Die gesamte Maßnahme wurde in insgesamt fünf Abschnitten gebaut – während des laufenden OP-Betriebes.
Es entstanden immense Anforderungen an die Hygiene (z.B. speziell beschichtete Staubwände) und Baustellenlogistik. Abbrucharbeiten mit großer Lärmbelästigung wurden in enger Abstimmung mit dem OP-Betrieb durchgeführt. Für die Beschickung der Baustelle, welche in zwei Bauphasen völlig innerhalb des Klinikgebäudes ohne jedweden Außenbezug lag, war die Errichtung von speziellen Tunneln und Schleusen erforderlich.
Im Jahr 2020 konnten dann die Arbeiten hinsichtlich des Aufwachraums abgeschlossen werden, die Schleusenzonen wurden 2021 fertiggestellt. Ein modernes Farb- und Materialkonzept wurde eng mit den Protagonisten vor Ort abgestimmt.
Kernbereich der Maßnahme mit einer gesamten Bauzeit von knapp drei Jahren ist ein OP-Cluster mit 4 OP-Sälen und zentraler Patienteneinleitung sowie zentraler Rüstzone. Ein neuer Aufwachraum, Patienten-, Personal- und Güterschleusen vervollständigen das umzusetzende Raumprogramm. Zudem wurde die Lüftungszentrale auf dem Dach komplett neu organisiert, die Lüftungstechnik ergänzt und teilweise ausgetauscht. Neben der Kapazitätsausweitung von 7 auf insgesamt 9 OP-Säle – die weiteren 5 OP-Säle werden zu einem späteren Zeitpunkt baulich umgesetzt – lag der Fokus auf dem Ausbau der minimal-invasiven Chirurgie und der Nutzung modernster Bildgebung direkt am OP-Tisch.
Prof. Dr. Ulrich Schwemmer war als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin seit Beginn der ersten Planungen in verantwortlicher Position involviert. Er betonte die Prozessverbesserungen, die sich durch die neuen OP-Sälen ergeben haben.
Bei dem neuen Hybrid-OP handelt es sich um einen digital integrierten Operationssaal, in dem ein hochmodernes Röntgen- und Angiographie-Gerät fest verbaut ist. Ein robotergeführtes Hightech-Gerät, das mit dem OP-Tisch gekoppelt ist, liefert aus allen Positionen Bilder während einer Operation. Dies führt zu deutlich verbesserter Bildqualität bei erheblich reduzierter Strahlenbelastung für Patienten und Untersucher. Somit können konventionelle Operationen in Kombination mit Kathetertechniken und minimal-invasive Eingriffe mit einem Höchstmaß an medizinischer Präzision und weiterer Steigerung der Behandlungssicherheit erfolgen. Der neue Hybrid-OP wird in erster Linie von der Abteilung für Gefäßchirurgie, aber auch von der Unfallchirurgie sowie der Neurochirurgie verwendet.
Drei der neuen OP-Säle wurden speziell für minimal-invasive Eingriffe vorbereitet. Zusätzlich zu der Standard-OP Ausstattung erhielten diese eine Bildsignal- und Steuerungslösung inklusive Gerätesteuerung und Endoskopietechnik für MIC-Operationen in 4K – Technik. Der Operateur kann unter sterilen Bedingungen alle Parameter der beim Eingriff verwendeten Geräte, wie die Endoskopietechnik, den OP-Tisch, das Raumlicht, die Jalousien usw., direkt ansteuern. Für Schulungen wird es die Möglichkeit geben, mittels dieser Bildkommunikation die Bilddaten auch in externe Bereiche, wie z.B. Hörsäle, in Echtzeit zu übertragen.
Der 8. Bauabschnitt wird abgeschlossen durch den Hubschrauberdachlandeplatz, der sich aktuell im Bau befindet. Die Inbetriebnahme ist zum Jahreswechsel 2022/23 geplant. .
Fakten zur Baumaßnahme:
- abgestimmtes und genehmigtes Raum- und Funktionsprogramm I. Quartal 2014
- Einreichung Antrag auf Vorwegfestlegung Ende 2016
- Einreichung Bau- und Ausstattungsplanung Ende 2018
- Fachliche Billigung Mitte 2019
- 35 Gewerke waren im Einsatz
- Durchschnittlich waren 40 Handwerker gleichzeitig im Einsatz, in Spitzenzeiten 60
- 40 km Kabel
- 2.000 m² Blechkanäle für die Lüftung
- 2.600 m² Gipskartonplatten
- 125 m² Blei für Strahlenschutz
- Mehr als 2 km Kabel für medizinische Gase (Sauerstoff, etc.)
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