Krankenhaus-Controllertag: Minister Spahn mahnt Reform der Klinik-Strukturen an 

12. Juli 2021
  • Politik
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Zum Auftakt des 28. Krankenhaus-Controllertags hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstagvormittag den Beschäftigten in den Krankenhäusern für ihr Engagement gedankt und ein Fazit zur Corona-Pandemie gezogen. Spahn sagte in einer Video-Botschaft: „Die Beschäftigten in den Krankenhäusern haben dazu beigetragen, dass unser Gesundheitssystem den Belastungen standgehalten hat. Es gab sehr belastende Situationen. Aber das deutsche Gesundheitswesen war anders als in anderen Ländern zu keinem Zeitpunkt überlastet.“

Der Minister blickte aber auch über die Pandemie hinaus. „Im Brennglas der Pandemie wurden strukturelle Fragen sichtbar, die uns alle schon vor Corona beschäftigt haben“, erklärte er und präzisierte: „Krankenhausstrukturen zu reformieren und stärker am Bedarf zu orientieren, das bleibt richtig und als gesundheitspolitisches Thema erhalten, vor allem wenn wir sehen, wie stark das vernetzte Arbeiten in einer Region von Kliniken in ganz unterschiedlicher Trägerschaft gelingen kann, wenn es darauf ankommt.“

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bekannte sich zur Notwendigkeit, die Krankenhausstrukturen „weiterzuentwickeln“. Vor den rund 150 in Potsdam anwesenden und 200 via Livestream zugeschalteten Teilnehmern verlangte der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gass dafür aber auch „ein Commitment der Politik, wie die Versorgung der Zukunft aussehen“ solle. Gass Vize in der DKG und Vorstandsvorsitzender der Sana-Kliniken, Thomas Lemke, verlangte: „Die Politik muss sich nach der Wahl schnell vereinbaren.“

Dr. Wulf-Dietrich Leber, Leiter der Abteilung Krankenhäuser beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV), machte deutlich, dass er vor allem die Bundespolitik in der Verantwortung sehe, wenn es um Strukturreformen in der Krankenhauslandschaft gehe. Die Krankenkassen setzten vor allem auf einen von Qualitätsvorgaben geprägten Ordnungsrahmen. Die Krankenhausplanung der Länder nannte er „Fake“. Zugleich erneuerte er seine Ausführungen, denen zufolge 2020 ein „goldenes Jahr der Krankenhausfinanzierung“ gewesen sei.

Vor der politischen Debatte über die Krankenhausstrukturen hatte Prof. Dr. Björn Maier als Vorsitzender des Deutschen Vereins für Krankenhaus-Controlling (DVKC) auf das DVKC-Projekt für ein einheitliches Controlling in den deutschen Kliniken hingewiesen. „Standardisierung im Controlling schont Ressourcen in den einzelnen Krankenhäusern und ist Grundlage für das erfolgreiche Management“, erklärte Maier.

Das diesjährige Branchentreffen der Klinik-Controller steht unter dem Motto „New Work im Controlling – Daseinsvorsorge vs. Ökonomie“. Eine Reihe von Themenblöcken widmet sich dabei auch dem Thema der Digitalisierung.

Quelle:

dvkc.org


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