Finanzdruck auf Kliniken: DKG dringt auf höhere Zuzahlung und längere Hilfen
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine höhere Patientenzuzahlung von 15 Euro pro Tag. Sie begründet das mit der angespannten Finanzlage vieler Kliniken und warnt vor weiteren Insolvenzen…
- Politik
- Ökonomie
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert höhere Zuzahlungen für Patienten. DKG-Chef Gerald Gaß begründet diesen Schritt mit der wirtschaftlichen Krise vieler Häuser. Laut Angaben des Verbandes schreiben aktuell rund 80 Prozent aller Krankenhäuser rote Zahlen. Ein Drittel der Häuser gilt demnach als von Insolvenz bedroht, da die finanzielle Belastung für die Kliniken wächst. Gaß verweist darauf, dass die Zuzahlung seit dem Jahr 2004 unverändert blieb. Er betont zugleich die bestehende Härtefall-Regelung für die Patienten im Krankenhaus. Zudem bleibe die Belastung für alle Versicherten auf maximal 28 Klinik-Tage pro Jahr begrenzt.
Auch der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, warnt vor einer weiteren Zuspitzung. Die Lage trifft kirchliche und freigemeinnützige Träger besonders stark. Aber auch kommunale Krankenhäuser stehen unter Druck und benötigen dringend finanzielle Unterstützung. Brötel berichtet, dass die Landkreise von 2023 bis 2025 insgesamt 25 Milliarden Euro für Klinikverluste aufbrachten. Zugleich verschärfe sich die Krise der Kommunalfinanzen. Brötel fordert deshalb Änderungen an der geplanten Krankenhausreform. Die Vorhaltevergütung müsse unabhängig von Fallzahlen gezahlt werden, um die Standorte zu sichern. Sonst drohe vor allem im ländlichen Raum ein unkontrolliertes Kliniksterben.
Zusätzlich dringt die DKG auf eine Verlängerung der staatlichen Finanzhilfen für die Krankenhäuser. Die seit November 2025 gezahlte Ausgleichszahlung des Bundes soll im November auslaufen. Nach Angaben von Gaß geht es dabei um eine Summe von vier Milliarden Euro. Er appelliert nun an Bundesgesundheitsministerin Warken. Die Ministerin soll die notwendigen Hilfen für die Kliniken fortsetzen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.