Internisten weisen Warkens Apothekenpläne zur Prävention scharf zurück

Internistische Fachverbände kritisieren die geplante stärkere Einbindung von Apotheken in die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einzelmessungen ersetzten keine ärztliche Abklärung und könnten die Praxen sogar zusätzlich belasten…

23. März 2026
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Internistische Fachverbände weisen den Plan von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zurück, Apotheken stärker in die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzubeziehen. BDI, BNK und BVND halten es für irreführend, Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettmessungen in Apotheken als „Herz-Check“ oder als substanzielle Früherkennung darzustellen.

Die Verbände betonen, dass einzelne Messwerte keine medizinische Einordnung ersetzen. Bei Hypertonie, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und kardiovaskulären Risiken komme es auf Anamnese, klinische Untersuchung, individuelle Risikobewertung und die Verantwortung für weitere diagnostische und therapeutische Schritte an. Einzelne Messungen könnten allenfalls Hinweise liefern.

Auch das Argument einer Entlastung der ambulanten Versorgung weisen die Verbände zurück. Sie erwarten, dass viele Patientinnen und Patienten mit auffälligen, unklaren oder falsch-positiven Befunden in Arztpraxen kommen. Das erhöhe den Abklärungs- und Beratungsaufwand, ohne die Versorgungsqualität zu verbessern.

Aus Sicht der Verbände braucht wirksame Prävention strukturierte und evidenzbasierte Angebote für definierte Risikogruppen. Sie fordern außerdem eine bessere Patientenansprache, digitale und sektorenübergreifende Kommunikationswege sowie eine verlässliche Vergütung präventiver Leistungen. Screening- und Früherkennungsangebote sollten nur wachsen, wenn ihr Nutzen wissenschaftlich belegt und gesundheitsökonomisch sinnvoll ist.

Quelle:
aerzteblatt.de

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