Weniger Vergütung, mehr Vorgaben: Kolumne kritisiert Kurs des Gesundheitsministeriums
Die Kolumne von Dr. Ilka Martina Enger, einer Ärztin und Kommentatorin gesundheitspolitischer Praxisthemen, bewertet die Reformvorschläge des Bundesgesundheitsministeriums als praxisfern und warnt vor Nachteilen für Praxen, Apotheken und Patientenversorgung…
- Politik
- Ökonomie
Dr. Ilka Martina Enger kritisiert die Reformvorschläge der Expertenkommission des Bundesgesundheitsministeriums als nicht praxistauglich. Aus ihrer Sicht verschärfen die Pläne den Druck auf Praxen, ohne die strukturellen Probleme der Versorgung zu lösen.
Im Mittelpunkt steht ihre Kritik an der geplanten Rücknahme von Vergütungen aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz. Enger argumentiert, dass Haus- und Fachärzte weiter dringliche Termine organisieren sollen, dafür aber weniger oder keine zusätzlichen Zahlungen mehr erhalten würden. Das verschlechtere aus ihrer Sicht die Versorgung, weil Anreize für die Vermittlung knapper Termine wegfielen.
Auch die mögliche Rücknahme der Entbudgetierung für Haus- und Kinderärzte lehnt sie ab. Sie erinnert daran, dass Praxen bereits 25 Pflicht-Sprechstunden pro Woche anbieten müssen und offene Sprechstunden eingerichtet haben. Wenn Vorgaben bestehen bleiben, Vergütung aber entfällt, wertet sie das als Vertragsbruch.
Enger kritisiert außerdem, dass die Politik aus ihrer Sicht vor allem bei Leistungserbringern spart. Als Gegenbeispiel nennt sie 90 Krankenkassen und mögliche Einsparungen durch Zusammenlegungen. Insgesamt zeichnet sie das Bild eines Systems, das Niederlassung unattraktiver macht, wirtschaftlichen Druck erhöht und damit die ambulante Versorgung weiter schwächen könnte.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.