Gesundheitsministerin Gerlach: Fachkräftemangel und Überkapazitäten zwingen Bayern zur Krankenhausreform

Bis Jahresende erhalten alle 258 bayerischen Kliniken ihre zugewiesenen Leistungsgruppen. Gesundheitsministerin Gerlach rechnet dabei mit Widerstand und Klagen betroffener Häuser…

23. Juli 2026
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Bayern tritt in die entscheidende Phase seiner Krankenhausreform ein. Der Medizinische Dienst Bayern hat die Prüfung von rund 3.400 Klinik-Anträgen nahezu abgeschlossen. Ab Herbst trifft das Gesundheitsministerium auf dieser Grundlage die Zuweisungsentscheidungen, bis Jahresende soll der Prozess für alle 258 allgemeinen Klinikstandorte im Freistaat abgeschlossen sein.

Die neu eingeführten Leistungsgruppen legen fest, welche medizinischen Leistungen künftig an welchem Krankenhaus von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Die Kliniken erhalten ihre Gutachten im August. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte, der Prozess werde auch nach dem Jahresende fortgesetzt.

Treiber der Reform sind Fachkräftemangel und finanzielle Engpässe. Gerlach fordert Kooperation und Zentralisierung, um die Versorgung auch in zehn bis zwanzig Jahren zu sichern. Überkapazitäten sollen abgebaut werden, als Beispiel nannte sie die Endoprothetik. Damit werde nicht jede Klinik einverstanden sein. Gerlach rechnet ausdrücklich mit Klagen.

Konkrete Zahlen zu möglichen Schließungen nannte Gerlach nicht. Sie zeigte sich jedoch beruhigt, dass alle Kliniken im Grundversorgungsbereich Anträge gestellt hätten. Zusätzlich forderte sie einen wirksamen Entbürokratisierungshebel, damit Kliniken eigene Einsparungen vornehmen können.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete den Prozess als „kniffelig und herausfordernd“, bekräftigte aber das Ziel einer flächendeckenden Notfallversorgung und wirtschaftlich stabiler Krankenhäuser in Bayern.

Quelle:
abendzeitung-muenchen.de

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