Zollernalb-Klinikum: Kreistag verabschiedet Geschäftsführer Hinger und kritisiert Gesundheitspolitik

Der Kreistag des Zollernalbkreises verabschiedete Klinik-Geschäftsführer Gerhard Hinger vorzeitig und nutzte die Gelegenheit zur scharfen Kritik an der Gesundheitspolitik von Bund und Land…

24. Juli 2026
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Dr. Gerhard Hinger, seit 2017 Geschäftsführer des Zollernalb-Klinikums, wird in den kommenden Wochen offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Der Kreistag des Zollernalbkreises nutzte seine letzte Sitzung während Hingers Amtszeit für eine vorgezogene Würdigung, die zugleich zur politischen Abrechnung wurde.

Landrat Günther-Martin Pauli attestierte Hinger ausdrücklich gutes Management. Als Belege nannte er jüngste Ertragssteigerungen und Verbesserungen im Casemix. Die Verantwortung für das erwartete Rekorddefizit von 22 Millionen Euro wies Pauli den gesetzlichen Vorgaben zu. Er verwies auf Kliniken im Ostalbkreis und in Ravensburg, die noch höhere Verluste aufweisen und bereits „direkt an der Abbruchkante“ stünden.

CDU-Kreisrat und Arzt Krischan Spengler formulierte die schärfste Kritik. Es sei „offensichtlich der politische Wille, dass sich die gesundheitliche Situation der Menschen verschlechtert.“ FDP-Kreisrat Dietmar Foth forderte, Bund und Land müssten ländliche Kliniken stärker berücksichtigen. Grünen-Kreisrat Konrad Wiget verglich Hingers Amtszeit mit Sisyphusarbeit.

Hingers letzte zwölf Monate waren geprägt von der Krankenhausreform, dem für die Öffentlichkeit unerklärlichen plötzlichen Rauswurf des Chefarztes der Zentralen Notaufnahme Albstadt, dem Rekorddefizit sowie einem Strafprozess gegen einen Leihpfleger, der Patientinnen in der Albstädter Notaufnahme sedierte und vergewaltigte.

Hinger selbst dankte Co-Geschäftsführer Manfred Heinzler, der ihm den Rücken freigehalten habe.

Quelle:
schwaebische.de

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