Palliativ-Qualifizierung in Pflegeheimen: Aufwändige Studie der Unimedizin Greifswald zeigt positive Wirkung
Die gezielte Schulung von Pflegekräften kann die Versorgung der Bewohnern in Pflegeheimen am Lebensende unterstützen. Das belegt eine aktuelle Untersuchung der Universitätsmedizin Greifswald. Der Bedarf steigt…
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In Deutschland wohnen immer mehr Menschen bis zu ihrem Lebensende in stationären Pflegeeinrichtungen. Das stellt hohe Anforderungen an die palliative Kompetenz des Personals. Die erforderlichen Kenntnisse sind jedoch nicht überall in ausreichendem Maß verfügbar. Doch Qualifizierung ist möglich und wirkungsvoll. Das zeigt die Studie des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifwald. Die Studie wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert.
Untersucht wurden die Auswirkungen der 40-stündigen Basisqualifizierung „Palliativkompetenz – Multiprofessionell“ auf die palliative Pflegepraxis. „Die Studie verdeutlicht, dass eine Palliativ-Qualifizierung dazu beitragen kann, Symptome genauer zu identifizieren, den Versorgungsbedarf präziser zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu treffen“, betont die Erstautorin Franziska Radicke. Dazu zählen beispielsweise die Anpassung der Bedarfsmedikation oder das Hinzuziehen von Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung“. Da die Untersuchung in der realen Versorgung stattgefunden habe und wegen der Komplexität der Daten habe es methodische Herausforderungen gegeben, berichtet die Forscherin. Dennoch stehe fest, dass die Qualifikation die Versorgungsqualität messbar verbessert habe.
„Die Ergebnisse spiegeln die Herausforderungen der realen Pflegepraxis wider“, so Studienleiterin Prof. Neeltje van den Berg: „Die Qualifizierung des Personals ist wirksam und ermöglicht eine angemessene palliative Versorgung, die die Lebensqualität von Bewohnern in ihrer letzten Lebensphase sichert.“
Hintergrund zur publizierten Studie:
Es handelt sich um eine cluster-randomisierte Interventionsstudie, bei der also Gruppen verschiedener Pflegeheime miteinander verglichen wurden, wobei in einigen Heimen geschult wurde (Interventionsgruppe), in anderen nicht (Kontrollgruppe). Dabei wurden die Daten von 119 verstorbenen Bewohnern aus zehn Pflegeheimen ausgewertet. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift BMC Palliative Care veröffentlicht.
Konkrete Ergebnisse:
Spezialisierte Palliativversorgung: In Heimen mit geschultem Personal wurde bei 19,0 % der Bewohner eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung dokumentiert, gegenüber 9,1 % in der Kontrollgruppe.
Symptomerfassung: Schmerzen wurden bei 57,1 % der Bewohner in der Interventionsgruppe in der Pflegedokumentation festgehalten, im Vergleich zu 49,4 % in der Kontrollgruppe.
Reaktion auf Beschwerden: Wurden Schmerzen dokumentiert, erfolgten in der Interventionsgruppe in 73,6 % der Fälle entsprechende Folgemaßnahmen (Kontrollgruppe: 61,9 %).
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