350 Beschäftigte, 103 Betten, keine Zukunft: Brake verliert sein einziges Krankenhaus
Das St. Bernhard Hospital in Brake wird voraussichtlich im Herbst 2026 geschlossen. Träger und Landrat fordern einen geordneten Übergang für Patienten und Beschäftigte…
- Ökonomie
Die Katholische Stiftung St. Bernhard Hospital hat am 8. Juli 2026 die Schließung des gleichnamigen Krankenhauses in Brake angekündigt. Die wirtschaftliche Lage lasse eine Fortführung nicht mehr zu, teilte der Träger mit. Der Schließungsprozess hat sofort begonnen, die Betriebseinstellung ist voraussichtlich für Herbst 2026 geplant. Auch das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum wird eingestellt.
Als Ursachen nennt das Krankenhaus die Auswirkungen der Krankenhausreform, künftige gesetzliche Finanzierungsbedingungen, erhebliche Kostensteigerungen, anhaltende Tariferhöhungen und die allgemeine Inflation. Hinzu komme ein struktureller Nachteil gegenüber kommunalen Trägern: Diese könnten ihre Häuser mit erheblichen öffentlichen Mitteln stützen, dem freigemeinnützigen St. Bernhard Hospital stehe diese Möglichkeit nicht offen.
Das Hospital versorgte jährlich rund 36.000 Patienten ambulant und stationär, verfügt über 103 Planbetten und sechs Fachabteilungen. Rund 350 Beschäftigte sind betroffen. Der Träger kündigte an, ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Landrat Stephan Siefken (parteilos) bezeichnete die Ankündigung als tiefgreifende Zäsur und forderte vom Träger zeitnah einen Zukunftsplan. Die Kreisverwaltung sei in die laufenden Gespräche zwischen Kliniken und Ministerium nicht eingebunden gewesen. Siefken will nun mit dem zuständigen Bischof, der Krankenhausleitung und dem Niedersächsischen Gesundheitsministerium sprechen. Als Alternative prüft der Landkreis, ob am Standort ein Regionales Gesundheitszentrum entstehen könne. Gespräche mit der Krankenhausgesellschaft Helios seien bereits aufgenommen worden.
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