Kösching schließt Notaufnahme und wird zum ambulanten Gesundheitszentrum
Das Krankenhaus Kösching in Bayern hat zum 1. August seine Notaufnahme geschlossen und wird zum ambulanten Gesundheitszentrum. Schwere Fälle werden künftig in Eichstätt oder Ingolstadt behandelt…
- Ökonomie
Personalmangel hat die Kliniken im Naturpark Altmühltal veranlasst, die Notaufnahme am Standort Kösching zum 1. August zu schließen. An ihre Stelle tritt eine Notfallambulanz für leichte bis mittlere Fälle. Schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Lungenembolie werden seither direkt nach Eichstätt oder Ingolstadt weitergeleitet, was laut Klinikleitung in vielen Fällen bereits vorher gängige Praxis war.
Kösching entwickelt sich damit zu einem ambulanten Gesundheitszentrum. Neben der Notfallambulanz umfasst das Angebot fachärztliche und hausärztliche Versorgung, ein ambulantes OP-Zentrum mit Überwachungsbetten sowie eine Kurzzeitpflege. Das OP-Zentrum wird derzeit ausgebaut. Die stationären Leistungen werden am Standort Eichstätt gebündelt.
Der Rückbau ist kein Einzelfall. In Bayern sank die Zahl der Krankenhäuser in den vergangenen zehn Jahren von 411 auf 393. Auch in Tirschenreuth gibt es seit 2024 keine Notaufnahme mehr. Um den Standort Mainburg wird derzeit diskutiert, mit dem Ziel, das dortige Krankenhaus zu erhalten. Gesundheitsökonom Prof. Boris Augurzky und das bayerische Gesundheitsministerium erwarten, dass der Konsolidierungstrend anhält.
Augurzky betont den Qualitätsaspekt, denn Ärzte, die eine Leistung häufig erbringen, erzielen bessere Ergebnisse als solche, die sie nur selten durchführen. Spezialisierte Standorte könnten Patienten daher auch medizinisch besser versorgen. Im europäischen Vergleich sei die Klinikdichte in Deutschland dennoch weiterhin hoch.
Das Klinikum Ingolstadt bereitet sich auf steigende Patientenzahlen vor. Es stellt zusätzliches ärztliches und pflegerisches Personal ein und plant eine räumliche Erweiterung der Notaufnahme in einem bislang wenig genutzten Bereich. Die Fertigstellung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
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