Studie belegt systematische Ungleichheit bei der Online-Terminvergabe im Facharztbereich
Eine Studie des Fachzentrums Finanzen zeigt, dass nur 43,5 Prozent der online buchbaren Facharzttermine für GKV-Versicherte zugänglich sind, die zudem im Schnitt 19,4 Tage länger warten als Privatpatienten…
- Politik
Gesetzlich Versicherte sind beim Zugang zu online buchbaren Facharztterminen strukturell benachteiligt. Das zeigt eine Studie des Fachzentrums Finanzen unter Leitung von Dieter Homburg, die 25.971 Ärztinnen und Ärzte aus neun Fachrichtungen analysierte.
Von allen ausgewerteten Praxen boten lediglich 11.297 (43,5 Prozent) mindestens einen online buchbaren Termin für GKV-Versicherte an. 56,5 Prozent der sichtbaren Online-Terminangebote waren für Kassenpatienten nicht zugänglich.
Auch bei den Wartezeiten zeigen sich deutliche Unterschiede: Privatversicherte warten im Schnitt 29,7 Tage, gesetzlich Versicherte 49,1 Tage. Die Differenz fällt je nach Fachrichtung unterschiedlich aus. Besonders groß ist sie in der Neurologie (plus 44,7 Tage) und Urologie (plus 41,5 Tage), geringer in der Inneren Medizin (plus 7,2 Tage) und Augenheilkunde (plus 6,8 Tage).
Die Studie stellt einen Zusammenhang zwischen eingeschränktem Zugang zu Online-Terminen und längeren Wartezeiten fest, leitet daraus aber ausdrücklich keine Kausalität ab.
Methodisch stützt sich die Analyse ausschließlich auf tatsächlich online buchbare Ersttermine, nicht auf Befragungen oder Testanrufe. Die Daten wurden zwischen dem 18. Oktober und dem 6. November 2025 erhoben. Ergänzende Stichproben aus 2026 bestätigen laut den Autoren die Stabilität der Ergebnisse. Telefonische Terminvergaben, Wartelisten und Notfalltermine konnten methodisch nicht berücksichtigt werden.
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