800 robotisch assistierte Eingriffe pro Jahr – Dresden baut Führungsrolle in der OP-Robotik aus
Mit dem Da Vinci SP nimmt das Universitätsklinikum Dresden erstmals ein Single-Port-Operationssystem in Betrieb, für minimalinvasive Eingriffe über nur einen Körperzugang…
- Digitale Klinik
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat mit dem Da Vinci SP erstmals ein Single-Port-Operationssystem in Betrieb genommen. Das System führt Kamera und drei flexible Instrumente über einen einzigen Körperzugang ein, was präzise Eingriffe auch in anatomisch engen Regionen erlaubt.
Eingesetzt wird das System zunächst in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG). Perspektivisch soll es auch in der Urologie sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde zum Einsatz kommen. Damit verfügt das Uniklinikum nun über vier Roboter insgesamt: drei Da-Vinci-Systeme in den OP-Sälen und einen Experimental-OP-Roboter für die Forschung.
Für Patienten bedeutet die Technologie kleinere Zugänge, geringere Belastung und häufig eine schnellere Erholung. Bei onkologischen Erkrankungen kann das dazu beitragen, weiterführende Therapien ohne Verzögerung fortzusetzen. Eine der ersten Patientinnen, eine 60-jährige Frau aus Chemnitz mit Dickdarmtumor und Lebermetastasen, wurde erfolgreich mit dem neuen System operiert.
An der VTG werden jährlich rund 900 minimalinvasive Operationen durchgeführt, davon etwa 300 robotisch assistiert. Klinikweit werden insgesamt 800 Patienten pro Jahr robotisch operiert. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat die VTG-Klinik Ende des vergangenen Jahres als Exzellenzzentrum für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie ausgezeichnet. Die Anschaffung des Da Vinci SP ist zugleich ein Schritt in Richtung des geplanten Zentrums für operative Robotik (ZIOR), das klinische Versorgung, Forschung und Ausbildung bündeln soll.
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