Zentralklinik oder Standortlösung: Elbe-Elster Klinikum sucht strategischen Ausweg
Das Elbe-Elster Klinikum zehrt seine Rücklagen rasant auf. Landrat Schmidt begründet die Abberufung von Geschäftsführer Winkler mit anhaltend negativen Ergebnissen und fehlendem Vertrauen…
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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Forvis Mazars attestiert dem Elbe-Elster Klinikum akuten wirtschaftlichen Handlungsbedarf. Ohne Gegensteuerung verzehrt die aktuelle Ertragslage die Vermögensrücklage des kommunalen Krankenhauses rasant. Die Ergebnisse stellten die Prüfer am 11. August in einem dreistündigen Gespräch den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen vor.
Landrat und Gesellschaftervertreter Marcel Schmidt nannte dabei erstmals konkrete Gründe für die Abberufung von Geschäftsführer Michael Winkler, der seit Dezember 2023 im Amt war und Anfang August mit sofortiger Wirkung freigestellt wurde. Ausschlaggebend seien anhaltend negative wirtschaftliche Ergebnisse sowie fehlendes Vertrauen gewesen, dass unter seiner Führung notwendige Veränderungsprozesse eingeleitet würden. Kritisiert wurde auch das bisherige Zusammenspiel von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter. Die Interimsleitung hat Mirko Papenfuß von den Sana Kliniken übernommen, zunächst für zwei Monate.
Strategisch bleibt der Kreistagsbeschluss vom 7. April 2025 maßgeblich. Er sieht den Bau einer Zentralklinik und die Umwandlung der bisherigen Standorte zu Gesundheitszentren vor. Die Alternativvariante sieht vor zu prüfen, ob einer der drei Standorte die stationäre Grund- und Regelversorgung übernimmt, sollte der Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden können. Förderzusagen liegen bislang nicht vor, Schmidt sieht jedoch grundsätzliche Möglichkeiten, die Vorhaben förderfähig zu gestalten.
Papenfuß will noch 2026 wichtige Weichen stellen. Darunter das Leistungsspektrum unter Reformbedingungen modellieren, ambulante und stationäre Versorgung verzahnen sowie kreisübergreifende Kooperationen entwickeln. Eine Privatisierung schloss Schmidt ausdrücklich aus.
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