Katholische Kliniken: Sparkurs der Caritas kostet Ärzte Gehalt und Arbeitgeberattraktivität
Der Marburger Bund beendet seine Mitarbeit in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen der Caritas und fordert echte Tarifverhandlungen für Ärztinnen und Ärzte an katholischen Kliniken…
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Der Marburger Bund zieht sich aus den Arbeitsrechtlichen Kommissionen der Caritas zurück. Als Begründung nennt der Verband den anhaltenden Sparkurs der Caritas und das strukturelle Fehlen echter Tarifverhandlungen im katholischen Kirchenarbeitsrecht.
Seit der Abkopplung vom öffentlichen Tarifrecht Mitte der 1990er-Jahre legt die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes die Arbeitsbedingungen fest. Tarifabschlüsse werden häufig nur verspätet, unvollständig oder gar nicht übernommen. Statt dauerhafter Gehaltserhöhungen gibt es Einmalzahlungen, regionale Kommissionen weichen nach unten ab, und bei der Altersversorgung bestehen Nachteile. Eine vor zehn Jahren angekündigte stärkere Gewerkschaftsbeteiligung blieb folgenlos.
Anders bewertet der Marburger Bund die Lage in der Diakonie. Dort gelingt es nach eigenen Angaben seit Jahren, Vergütungen und Arbeitsbedingungen durchzusetzen, die den eigenen Tarifabschlüssen entsprechen oder diese übertreffen. Die Mitarbeit in den evangelischen Arbeitsrechtlichen Kommissionen wird deshalb fortgesetzt.
Für den katholischen Bereich formuliert der Verband klare Forderungen: Die Caritas soll finanzielle Lücken zu den Tarifstandards schließen und Gehälter sowie Arbeitsbedingungen durch echte Tarifverhandlungen weiterentwickeln. Der Marburger Bund kündigt an, dafür gewerkschaftliche Strukturen in den Kliniken aufzubauen und notfalls Arbeitskämpfe zu führen.
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