Sachsen-Anhalt: Zahl der Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche sinkt auf 27

Seit 2017 sank die Zahl berechtigter Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche in Sachsen-Anhalt von 40 auf 27. Grünen-Abgeordnete Sziborra-Seidlitz fordert politische Konsequenzen…

17. August 2026
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In Sachsen-Anhalt sind immer weniger Ärzte berechtigt, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen. Das Gesundheitsministerium bestätigte auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Susan Sziborra-Seidlitz: Die Zahl sank seit 2017 von 40 auf 27 befugte Medizinerinnen und Mediziner.

Allein seit Beginn 2025 beendeten zwölf zugelassene Ärzte ihre entsprechende Tätigkeit, während nur drei neue Genehmigungen erteilt wurden. Über die Gründe liegen dem Ministerium keine Informationen vor. Ende Juni 2026 waren in Sachsen-Anhalt insgesamt 261 niedergelassene oder angestellte Vertragsärzte für Gynäkologie tätig.

Sziborra-Seidlitz, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, sieht ungewollt Schwangere durch diese Entwicklung zusätzlich belastet. Lange Suchen nach Praxen, unsichere Terminvergabe und weite Wege erhöhten den Druck auf Betroffene. Sie fordert, dass Sachsen-Anhalt sich im Bundesrat für eine Streichung von Schwangerschaftsabbrüchen aus dem Strafgesetzbuch einsetzt und der Eingriff Teil der medizinischen Ausbildung werden soll.

Die Zahl der Abbrüche selbst ging 2025 ebenfalls zurück. 2.825 Frauen aus Sachsen-Anhalt ließen einen Abbruch vornehmen, rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Eine im August 2025 veröffentlichte „Elsa“-Studie der Hochschule Fulda und der Uni Leipzig hatte bereits auf Versorgungslücken besonders im Süden und Westen Deutschlands hingewiesen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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