KRINKO: Ökobilanz von Einweg- und Mehrwegendoskopen bleibt ungeklärt
Die KRINKO stellt fest, dass die Ökobilanz von Einweg- und Mehrwegendoskopen nicht abschließend bewertet werden kann, da zu viele Faktoren das Ergebnis beeinflussen…
- QM
Die Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen (KRINKO) kommt in einem aktuellen Bericht im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu keinem eindeutigen Ergebnis: Welcher Endoskoptyp ökologisch vorteilhafter ist, lässt sich pauschal nicht beantworten.
Mehrwegendoskope können trotz aufwendiger Aufbereitung ökologisch besser abschneiden als Einwegprodukte – vorausgesetzt, die Nutzungsfrequenz ist hoch und die Aufbereitungsprozesse sind optimiert. Einwegendoskope verursachen pro Anwendung mehr Abfall und einen höheren Ressourcenverbrauch, bieten aber Vorteile bei der Infektionsprävention und logistischen Handhabung.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 ermittelte für Mehrweggastroskope eine höhere CO₂-Bilanz, die auf den Aufbereitungsaufwand zurückzuführen ist. Bei weniger als 213 Gastroskopien pro Jahr kann der Einsatz von Einweggastroskopen demnach ökologisch sinnvoll sein.
Die KRINKO betont, dass eine vollständige Ökobilanz für beide Produkttypen zahlreiche Faktoren einschließen muss. Bei Einwegprodukten Rohstoffverbrauch, Energieaufwand und Abfallaufkommen; bei Mehrwegprodukten Wasser- und Energieverbrauch, Chemikalieneinsatz, Transportwege sowie Produktlebensdauer. Auch die Größe der Endoskopieabteilung und die Zahl der jährlichen Eingriffe sind relevant.
Die KRINKO empfiehlt eine differenzierte Abwägung zwischen Umweltaspekten, Patientensicherheit, praktischer Umsetzbarkeit und ökonomischen Gesichtspunkten.
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