Pflege ohne gemeinsame Sprache: Warum einheitliche Dokumentation jetzt zur Systemfrage wird
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz unterstützt den DPR-Vorstoß für eine bundeseinheitliche Pflegeterminologie, die Dokumentationsdaten einrichtungsübergreifend vergleichbar und nutzbar machen soll…
- Digitale Klinik
- Pflege
- Politik
Der Deutsche Pflegerat (DPR) schlägt eine gemeinsame Referenzterminologie für die Pflege vor, die bestehende Dokumentations- und Klassifikationssysteme bundesweit miteinander verbindet. Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz begrüßt dieses Expertenpapier ausdrücklich.
Bislang erschweren unterschiedliche Systeme den einrichtungsübergreifenden Vergleich pflegerischer Leistungen. In der Medizin sind standardisierte Klassifikationen seit Jahren etabliert und bilden eine Grundlage für Steuerung und Vergütung. Eine vergleichbare Lösung fehlt der Pflege.
Das DPR-Konzept sieht vor, bestehende Systeme in den Einrichtungen zu erhalten. Ziel ist nicht mehr Dokumentation, sondern eine einheitliche Beschreibung pflegerischer Informationen für Versorgungsplanung, Qualitätssicherung, Forschung und gesundheitspolitische Entscheidungen.
Kammerpräsident Dr. Markus Mai betont, dass Pflegefachpersonen nicht anders oder mehr dokumentieren sollen. Ihre fachlichen Entscheidungen werden jedoch einheitlich zugeordnet und damit über Einrichtungs- und Versorgungsgrenzen hinweg nutzbar. Langfristig sollen Pflegeleistungen so auch bei Planung und Finanzierung des Gesundheitswesens stärker berücksichtigt werden.
Rheinland-Pfalz sieht die Landespflegekammer gut vorbereitet. Die Berufsordnung des Landes definiert Aufgaben, Verantwortung und Anforderungen professioneller Pflege und bildet damit eine fachliche Basis für die Terminologieentwicklung. Voraussetzung für den Erfolg sind die enge Einbindung von Pflegefachpersonen sowie Investitionen in digitale Strukturen und deren Umsetzung in den Einrichtungen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.