dm plant Herz-Kreislauf-Checks in Drogerie-Filialen – Ärztepräsident spricht von Entprofessionalisierung

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hält die geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Filialen für gefährlich, weil eine ärztliche Einordnung der Messwerte fehlt…

3. September 2026
  • Data und KI

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, lehnt die geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogeriemärkten klar ab. Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe bezeichnete er das Vorhaben als „ausgemachten Blödsinn“ und teilweise sogar als gefährlich.

dm will noch in diesem Jahr Herz-Kreislauf-Checks in seinen Filialen einführen. Mithilfe von Sensorik sollen dabei verschiedene Vitaldaten erfasst werden. Reinhardt kritisiert, dass Messwerte ohne ärztliches Anamnesegespräch nicht ausreichend eingeordnet werden können. Wer für 15 oder 20 Euro einen Befund erhalte, stehe mit dem Ergebnis allein da.

Für eine fundierte Risikoeinschätzung müsse ein Arzt persönliche Vorgeschichte, Beschwerden und weitere Faktoren berücksichtigen. Genau diese individuelle Bewertung fehle bei solchen Angeboten. Reinhardt spricht von einer „Entprofessionalisierung“.

Auch den Einwand, ein positiver Check könne zumindest zum Arztbesuch motivieren, lässt Reinhardt nicht gelten, denn wer ein Risiko abklären wolle, könne direkt zum Arzt gehen, ohne den Umweg über die Drogerie.

dm bietet bereits Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings in ausgewählten Filialen an. Gegen das Augenscreening läuft eine Klage der Wettbewerbszentrale.

Quelle:
tixio.de

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