Leistungsausgaben steigen fast doppelt so schnell wie Einnahmen: GKV-Spitzenverband warnt vor strukturellem Dauerproblem

Die GKV steht 2027 vor einer Finanzlücke von 18 Milliarden Euro. Leistungsausgaben wuchsen im ersten Halbjahr 2026 mit 7,4 Prozent fast doppelt so schnell wie die Einnahmen…

7. September 2026
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Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor einer Finanzlücke von 18 Milliarden Euro im Jahr 2027. Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, macht deutlich, dass nur die vollständige Umsetzung aller bereits beschlossenen Sparmaßnahmen diese Lücke schließen kann. Spielraum gibt es keinen.

Das strukturelle Problem dahinter ist gravierend. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Leistungsausgaben um 7,4 Prozent, die beitragspflichtigen Einnahmen, also Löhne, Gehälter und Renten, wuchsen dagegen nur um 4,1 Prozent. Die Gesamtausgaben lagen im ersten Halbjahr bei 186,3 Milliarden Euro, der Einnahmeüberschuss der Krankenkassen bei 2,6 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz beträgt aktuell 3,13 Prozent. Die Verwaltungskosten stiegen im selben Zeitraum um lediglich 0,62 Prozent.

Blatt fordert, den Halbjahresüberschuss vorrangig zur Wiederauffüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Kassenrücklagen zu nutzen, da solide Rücklagen Voraussetzung für stabile Beiträge seien.

Über die Stabilisierung hinaus verlangt der GKV-Spitzenverband ab 2027 grundlegende strukturelle Reformen. Blatt nennt konkret die Prävention, Digitalisierung, Einführung einer Primärversorgung sowie die Umsetzung der bereits beschlossenen Krankenhausreform.

Quelle:
gkv-spitzenverband.de

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