Deutschland verfehlt DART-2030-Reduktionsziel beim Antibiotikaeinsatz trotz breiter Datenlage
Das RKI meldet für 2025 einen stagnierenden Antibiotikaverbrauch in Krankenhäusern und zunehmende E.-coli-Resistenzen gegen Cephalosporine der 3. Generation. Das DART-2030-Ziel rückt damit in weite Ferne…
- QM
Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern ist 2025 gegenüber 2024 nahezu unverändert geblieben. Das gefährdet das nationale Ziel der DART-2030-Strategie, den Gesamteinsatz von Antibiotika bis 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu senken. Das RKI mahnt, die Anstrengungen im Bereich Antibiotic Stewardship zu verstärken.
Die Datenbasis ist breit: 126 Labore meldeten über die Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS), 593 Krankenhäuser über die Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS). Eine vollständige Einordnung des Verbrauchstrends ist erst möglich, wenn zur World Antimicrobial Awareness Week (17. bis 23. November 2026) auch die ambulanten Daten über das europäische Netzwerk ESAC-Net veröffentlicht werden.
Bei den Resistenzdaten zeichnet sich ein wachsendes Problem ab. E.-coli-Bakterien zeigen zunehmend Resistenzen gegen Cephalosporine der 3. Generation, eine häufig eingesetzte Antibiotikaklasse. Fällt diese weg, verengen sich die Behandlungsoptionen erheblich. Die Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen folgen ebenfalls im November.
Antibiotikaresistenz tötet in Europa jährlich schätzungsweise 35.000 Menschen und mehr als der Straßenverkehr. Das RKI betont, dass falscher oder übermäßiger Einsatz von Antibiotika Bakterien resistent macht und Infektionen schwerer behandelbar werden lässt.
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