Primärversorgung ab 2028: Referentenentwurf kommt erst im November
Ein Referentenentwurf zum geplanten Primärversorgungssystem soll bis Ende November vorliegen. Viele Fragen zu Vergütung, Teamstrukturen und Verbindlichkeit der Steuerung bleiben offen…
- Politik
Das geplante Primärversorgungssystem soll ab dem 1. Januar 2028 verpflichtend gelten. Den Referentenentwurf wollen Emmi Zeulner (CSU) und Christos Pantazis (SPD) bis Ende November vorlegen, das parlamentarische Verfahren wird voraussichtlich nicht vor Anfang 2027 starten.
Zentrale Streitfrage ist die Finanzierung. Der GKV-Spitzenverband und der AOK-Bundesverband lehnen eine zusätzliche Vergütung ärztlicher Leistungen ab. Susanne Wagenmann (AOK-Bundesverband) betonte, das Geld müsse der Leistung folgen, wenn durch die Krankenhausreform mehr Leistungen ambulant erbracht werden. Pantazis signalisierte, die Regierungsfraktionen könnten finanziell „einiges drehen“.
Beim Thema Verbindlichkeit sprach sich Pantazis dafür aus, Bonus-/Malussysteme für Patientinnen und Patienten nicht auszuschließen. KBV-Vize Hofmeister und KBV-Chef Gassen fordern ein hohes Maß an Verbindlichkeit für Patienten, lehnen aber eine verpflichtende digitale Ersteinschätzung ab. G-BA-Vorsitzende Optendrenk warnte: Zu viele Ausnahmen würden das System wirkungslos machen.
Bei den Teamstrukturen mahnte Hausärzteverband-Co-Vorsitzende Buhlinger-Göpfarth, die derzeitigen Rollenbilder seien nicht zukunftsfähig. Die Finanzierbarkeit von Physician Assistants und die Neudefinition des Arzt-Patienten-Kontakts als Abrechnungsvoraussetzung müssten angegangen werden. KV-Berlin-Vize Wessel forderte einheitliche Standards für die zahlreichen Curricula.
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