Regionalkonferenz entscheidet über Zukunft der Kliniken in Stormarn und Herzogtum Lauenburg
Das KHVVG verändert Planung und Finanzierung der Kliniken grundlegend. Im Süden Schleswig-Holsteins profitiert vor allem das St. Adolf-Stift in Reinbek…
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Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift übernimmt im Zuge der Krankenhausreform eine zentrale Versorgungsrolle im Süden Schleswig-Holsteins. Das Kieler Ministerium für Justiz und Gesundheit stärkt den Standort gezielt. Für 48 Millionen Euro entsteht dort ein Integriertes Notfallzentrum, das nach Fertigstellung Ende 2026 Kapazitäten für mehr als 60.000 Notfälle pro Jahr bieten soll. Gleichzeitig wurden 70 zusätzliche Betten geschaffen.
Grundlage der Reform ist das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das 2024 in Kraft trat und die Krankenhausplanung vom Länder- auf die Bundesebene verlagerte. Ab dem kommenden Jahr erfolgt die Abrechnung nicht mehr nach grob definierten Fachrichtungen, sondern anhand von 61 bundesweit einheitlich definierten Leistungsgruppen. Nur Häuser, die den Zuschlag für eine Leistungsgruppe erhalten, dürfen diese künftig abrechnen.
Am 21. September 2026 legt eine Regionalkonferenz die künftige Versorgungsstruktur für den Kreis Herzogtum Lauenburg, den Kreis Stormarn und Lübeck-Travemünde fest. Die endgültige Entscheidung über die Mittelverteilung fällt bis Dezember.
Der Fokus auf Reinbek ist auch eine Folge des finanziellen Zusammenbruchs des Krankenhauses Geesthacht. Nach dem aufgehobenen Insolvenzverfahren wurde das Haus zur Fachklinik umgebaut und bietet nur noch eingeschränkte Leistungen an. Im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg verbleibt damit lediglich ein weiterer Klinikstandort in Ratzeburg.
Das St. Adolf-Stift verzeichnet bereits jetzt einen Anstieg der Notfallkontakte von über zehn Prozent seit April. Im Gegenzug gibt das Haus Thoraxchirurgie-Operationen an die LungenClinic Großhansdorf ab und setzt damit die vom Land geforderte Kooperation und Spezialisierung bereits vor der offiziellen Entscheidung um.
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