Universitätsmedizin Greifswald: Neue kommissarische Leitung des Instituts für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen
Prof. Hans-Joachim Goetze übernimmt kommissarisch die Leitung des Instituts für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen der Universitätsmedizin Greifswald, nachdem sein Vorgänger Prof. Steve Strupeit Anfang Juni unerwartet verstorben ist…
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Prof. Hans-Joachim Goetze hat die kommissarische Leitung des Instituts für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen der Universitätsmedizin Greifswald übernommen. Obwohl der erfahrene Pflegewissenschaftler bereits 2021 in den Ruhestand getreten war, blieb er weiterhin akademisch tätig und war bis zum 31. Juli 2026 am Lehrstuhl für Pflegewissenschaft der Universitätsmedizin Rostock beschäftigt. Nun stellt er seine jahrzehntelange Erfahrung in Forschung, Lehre und akademischer Leitung der Universitätsmedizin Greifswald zur Verfügung. Goetze folgt auf Prof. Steve Strupeit, der Anfang Juni unerwartet verstorben ist.
„Die Leitung des Instituts in dieser besonderen Situation zu übernehmen, ist für mich eine große Verantwortung“, sagt Prof. Goetze. „Steve Strupeit hat das Institut für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen in Greifswald mit viel Engagement aufgebaut und entscheidend geprägt. Daran möchte ich gemeinsam mit den Mitarbeitenden anknüpfen. Mein Ziel ist es, die erfolgreiche Arbeit des Instituts fortzuführen, Forschung und Lehre eng mit der pflegerischen Praxis zu verbinden und das interprofessionelle Lernen weiterzuentwickeln.“
Der neue kommissarische Institutsleiter kennt die akademische Pflege in Mecklenburg-Vorpommern seit über 30 Jahren. 1993 wurde er als Gründungsprofessor für Pflegewissenschaft an die Hochschule Neubrandenburg berufen. Dort war er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2021 tätig, zuletzt als Dekan des Fachbereichs Gesundheit, Pflege, Management. Anschließend brachte er seine Erfahrung am Lehrstuhl für Pflegewissenschaft der Universitätsmedizin Rostock ein. Dabei verantwortete er unter anderem den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Intensivpflege.
Eine zentrale Herausforderung in seiner kommissarischen Tätigkeit sieht Goetze darin, wissenschaftliche Erkenntnisse noch stärker in die unmittelbare Patientenversorgung zu übertragen: „Die Anforderungen an die Pflege nehmen stetig zu. Patientinnen und Patienten werden älter, Krankheitsverläufe komplexer, zugleich verändern Digitalisierung, Fachkräftemangel und neue Versorgungsformen die Arbeit in den Gesundheitsberufen“, betont Goetze. „Um auch unter diesen Bedingungen eine hohe Pflegequalität sicherzustellen, brauchen wir wissenschaftlich fundiertes Handeln und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen, die komplexe Situationen beurteilen, Versorgungsprozesse mitgestalten und Verantwortung übernehmen können.“ Dabei dürfe Akademisierung nicht zu einer Entfernung von der Praxis führen. „Pflegewissenschaft muss am Krankenbett wirksam werden.“
Ein weiterer Schwerpunkt wird für Goetze das interprofessionelle Lernen sein. „Die Gesundheitsversorgung der Zukunft wird nicht von einzelnen Berufsgruppen allein geleistet, sondern von Teams, in denen unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Wenn Pflegefachpersonen, Ärzte sowie weitere Gesundheitsberufe bereits während ihrer Ausbildung miteinander und voneinander lernen, verbessert das später auch die Zusammenarbeit in der Patientenversorgung.“
Das Institut für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen ist an der Universitätsmedizin Greifswald eine zentrale Schnittstelle zwischen Forschung, Studium und Versorgung. Neben der pflegewissenschaftlichen Forschung und akademischen Lehre gehört auch die Weiterentwicklung gemeinsamer Lernformate für verschiedene Gesundheitsberufe zum Aufgabenprofil des Instituts. Dazu zählt der duale Bachelorstudiengang Klinische Pflegewissenschaft ebenso wie die Vorbereitung angehender Pflegefachpersonen, Ärzte und weiterer Gesundheitsberufe auf eine enge Zusammenarbeit in der Patientenversorgung. Zu den aktuellen Aufgaben des Instituts gehört die wissenschaftliche Begleitung des Projekts EDITCare, in dem eine App zur bedarfsgerechteren Kommunikation zwischen Patienten und Pflegepersonal erprobt wird.
„Der unerwartete Tod von Prof. Steve Strupeit hat uns tief getroffen“, sagt Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald, der die Leitung des Instituts für Pflegewissenschaft und Interprofessionelles Lernen in der Übergangszeit selbst übernommen hatte. „Wir sind sehr froh, mit Prof. Hans-Joachim Goetze so kurzfristig einen äußerst erfahrenen und kompetenten Pflegewissenschaftler für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewonnen zu haben. Er wird die von seinem Vorgänger begonnene Arbeit verlässlich fortführen und zugleich eigene fachliche Impulse setzen.“
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