Strahlungskühlung statt Klimaanlage macht Calwer Neubau zum Vorreiter
Die Kliniken Calw temperieren ihren Neubau mit Heiz- und Kühldecken statt herkömmlicher Klimaanlagen. Die Technologie arbeitet geräuschlos, zugluftfrei und energiesparend, ist im deutschen Krankenhausbau aber kaum verbreitet…
- Ökonomie
Der im April 2026 eröffnete Neubau der Kliniken Calw hält die Raumtemperatur auch während Hitzewellen konstant bei 21 bis 23 Grad Celsius. Statt konventioneller Klimaanlagen setzt der Gesundheitscampus auf rund 2800 Quadratmeter Heiz- und Kühldecken. Der Landkreis Calw investierte dafür als Bauträger freiwillig etwa eine Million Euro.
Das Prinzip: Temperiertes Wasser zirkuliert durch Rohrleitungen in der Decke und kühlt die Räume über Strahlungskühlung. Zugluft und Lärm durch Lüftungsaggregate entfallen. Im Winter funktioniert das System als Heizfläche. Gerade für ältere und schwerkranke Patientinnen und Patienten ist ein stabiles Raumklima medizinisch relevant, da hohe Temperaturen ihren Zustand verschlechtern können.
Auf der Intensivstation wurden zusätzlich spezialisierte Kühldecken installiert. Auch der Neubau der Kliniken Nagold setzt künftig auf die Technologie, etwa in Kreißsälen und Untersuchungsräumen.
Energetisch arbeitet das System ressourcenschonender als konventionelle Kühltechnik, da es nur moderat temperiertes Wasser benötigt und ohne energieintensive Lüfter auskommt. Es lässt sich mit Wärmepumpen und regenerativen Energiequellen kombinieren. Im deutschen Krankenhausbau sind Kühldecken bisher kaum verbreitet. Landrat Helmut Riegger bezeichnete die frühe Entscheidung für die Technologie angesichts zunehmender Hitzeperioden als „weitsichtig“.
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