Warum der Neubau der Asklepios Klinik Altona elf Geschosse hoch werden muss

Hamburg hat das Vergabeverfahren für den Neubau der Asklepios Klinik Altona eingeleitet. Ein Salzstock und Erdfälle in Othmarschen erzwingen eine kompaktere, bis zu elf Geschosse hohe Bauweise. Die Inbetriebnahme ist für 2035 geplant…

29. September 2026
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Der Hamburger Senat hat die Voraussetzungen für ein europaweites Vergabeverfahren zum Neubau der Asklepios Klinik Altona geschaffen. Am Standort Othmarschen soll bis 2035 ein Klinikum mit rund 54.000 Quadratmetern Nutzfläche, 600 Betten, 60 Intensivbetten, 47 Neonatologie-Plätzen und 17 OP-Sälen entstehen. Planung und Bau werden aus einer Hand vergeben. Die Bürgerschaft muss über die endgültige Umsetzung noch entscheiden.

Die Klinik versorgt jährlich rund 90.000 Patienten, davon mehr als 30.000 stationär. Zum Einzugsgebiet zählen über 280.000 Einwohner der umliegenden Stadtteile, mehr als 300.000 Menschen im Kreis Pinneberg sowie Teile der A7 und das Hafengebiet. Medizinisch setzt der Neubau auf eine stärkere Verzahnung stationärer, teilstationärer und ambulanter Angebote. Geplant sind ein Bauchzentrum, ein Herz-Gefäß-Zentrum und ein Neuro-Kopf-Zentrum. Die Notfall- und Unfallversorgung sowie das Perinatalzentrum der höchsten Stufe bleiben erhalten.

Ein Salzstock und mehrere Erdfälle mit Baugrundverschiebungen bis in 400 Meter Tiefe schränken das Baufeld erheblich ein. Die Planer verkleinerten deshalb die Grundfläche, verschoben das Gebäude nach Süden und erhöhten es auf bis zu elf Geschosse mit rund 45 Metern. Auf dem Dach ist ein Hubschrauberlandeplatz vorgesehen. Einen alternativen Standort im Hamburger Westen fand der Senat nicht.

Kita, Straßen und Bushaltestelle müssen verlegt werden. Für diese Infrastrukturmaßnahmen rechnet die Stadt mit rund 30 Millionen Euro. Im Haushaltsplanentwurf 2027/2028 sind bereits 14 Millionen Euro eingeplant. Die Gesamtkosten des Neubaus bleiben bis zum Eingang der Angebote unter Verschluss. Hamburg trägt 77 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, Asklepios 23 Prozent. Üblich wäre ein Trägeranteil von rund einem Drittel. Die schwierige Baugrundbeschaffenheit begründet die niedrigere Quote.

Geprüft wird zudem, ob die geplante Tiefgarage im Zivilschutzfall zusätzliche medizinische Kapazitäten aufnehmen kann. Denkbar sind fahrzeuggestützte OP- und Behandlungscontainer an vorbereiteten Versorgungsleitungen. Eine Entscheidung steht noch aus.

Das heutige Hauptgebäude wurde 1970 für 1.000 Betten errichtet. Bereits 2017 ergab eine Untersuchung, dass ein Neubau erforderlich ist. Nach dem Umzug sollen die über 100.000 Quadratmeter Bestandsfläche neue Funktionen erhalten. Geprüft werden Wohnungen, Büros, Hotel- und Gastronomieangebote, studentisches Wohnen sowie öffentliche oder wissenschaftsnahe Nutzungen. Mit einer Vermarktung rechnet die Stadt frühestens 2037 oder 2038.

Quelle:
kloenschnack.de

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